1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten: Hymne der DDR

Photo: Erstaufführung der DDR-Hymne, 1949
Druckschrift: Schmuckblatt mit dem Text der DDR-Hymne, 1960er Jahre

Die Deutsche Demokratische Republik vollzieht auch bei der Wahl ihrer Nationalhymne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Wegen des Missbrauchs durch das NS-Regime findet das Deutschlandlied keinerlei Berücksichtigung. Sofort nach der Staatsgründung am 7. Oktober 1949 erteilt das Zentralkommitee der SED dem Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher den Auftrag zur Dichtung einer Hymne.

Das von Becher verfasste dreistrophige Lied "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt" wird von Hanns Eisler vertont. Schon am 5. November 1949 bestimmt das Zentralkommitee den Text von Becher mit der Melodie von Eisler zur Nationalhymne.
Spätestens seit dem Mauerbau von 1961 ist die Hymne für die DDR-Regierung jedoch unbequem. Das Bekenntnis zu "Deutschland, einig Vaterland" in der ersten Strophe passt nicht zu der von ihr betriebenen Politik der Abgrenzung. Der Text wird daher seit Anfang der 1970er Jahre bis zum Untergang der DDR offiziell nicht mehr gesungen. Lediglich die Melodie von Eisler kommt noch zur Aufführung.

Dokument Liedtext: Nationalhymne der DDR, 1949

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