1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten

Photo: Berliner Luftbrücke, 1948/49
Photo: Wegweiser zum Parlamentarischen Rat, 1948
Photo: Gründung der DDR, 7. Oktober 1949

Durch den Kalten Krieg zwischen Ost und West zerbricht die Anti-Hitler-Koalition. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Politik der Besatzungsmächte in Deutschland. Die drei Westmächte einerseits und die UdSSR andererseits beschreiten in ihren Besatzungszonen eigene Wege, die 1949 zur Gründung zweier deutscher Staaten führen. Mit der Zusammenlegung der britischen und amerikanischen Zone zur Bizone 1947 zeichnen sich bereits erste Konturen eines westdeutschen Staates ab.

Eine wichtige Zäsur des Kalten Krieges stellt die Einbeziehung der westdeutschen Besatzungszonen in den Marshallplan dar. Eine Voraussetzung für die Wirksamkeit der Marshallplanhilfe ist die im Juni 1948 durchgeführte Währungsreform. Die Einführung der neuen Währung in den Westsektoren von Berlin ist für die Sowjetunion der Anlass für die Berlin-Blockade. Durch das Aushungern der West-Berliner Bevölkerung soll die Bildung eines westdeutschen Teilstaates verhindert werden. Der Versuch scheitert jedoch im Mai 1949 aufgrund der Luftbrücke und des Durchhaltewillens der West-Berliner.

Kurz nach dem Beginn der Berlin-Blockade erhalten die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder von den drei Militärgouverneuren den Auftrag zur Ausarbeitung einer Verfassung. Das daraufhin vom Parlamentarischen Rat erarbeitete "Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland" wird nach Genehmigung durch die Militärgouverneure am 23. Mai 1949 feierlich verkündet.

In der SBZ entsteht Ende 1947 die von der SED initiierte "Volkskongressbewegung für Einheit und gerechten Frieden". Der aus ihr hervorgehende 1. Deutsche Volksrat erarbeitet den Entwurf für eine "Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik".
Der 2. Deutsche Volksrat erklärt sich am 7. Oktober 1949 zur "Provisorischen Volkskammer" der DDR und setzt die schon am 19. März 1949 beschlossene Verfassung in Kraft. Zum Staatspräsidenten der DDR wird der frühere KPD-Vorsitzende Wilhelm Pieck gewählt. Staat, Gesellschaft und Wirtschaft der DDR werden nach sowjetischem Vorbild zentral durch das Politbüro des Zentralkomitees der SED gelenkt.

[Kollektives Gedächtnis] Alexander Draude: Flucht aus der DDR 1949

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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