1945-49 |
Hunger nach Kultur: Film |
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Der Film ist ein wichtiges
Medium zur Aufklärung über Krieg
und NS-Verbrechen.
Erste deutsche Nachkriegsproduktionen, sogenannte Trümmerfilme wie
"Die Mörder sind unter uns", stellen die Frage nach der Schuld. Sie
versuchen, Heimkehrerschicksale
oder die Lebensumstände im Trümmeralltag
zu erfassen. Den ersten deutschen Nachkriegsfilm präsentiert die von der sowjetischen Besatzungsmacht lizenzierte DEFA (Deutsche Film-AG): Am 15. Oktober 1946 wird in Berlin Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns" uraufgeführt. Der Film bildet den Auftakt zu einer Reihe von "Trümmerfilmen", die sich kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzen und versuchen, ein realistisches Bild vom Leben in den Trümmern wiederzugeben. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist auch Thema der Filme "Zwischen Gestern und Morgen" (1947) und "In jenen Tagen" (1946). Ansonsten bleibt das Thema selten in deutschen Nachkriegsproduktionen. Ein großer Teil der deutschen Nachkriegsfilme schildert das unmittelbare Zeitgeschehen. Die Kriegszerstörung bildet die Kulisse, das Elend der Menschen die Handlung der sogenannten Trümmerfilme, deren plakativ vorgetragene Botschaften zu Aufbau, Eigeninitiative und Optimismus auffordern. "Irgendwie geht's immer weiter" heißt es am Schluss des Spielfilms "Und über uns der Himmel" (1947). Einer der bekanntesten Trümmerfilme wird die Zeitsatire "Berliner Ballade" (1948), in deren Mittelpunkt Gert Fröbe (1913-1988) als "Otto Normalverbraucher" steht: physisches Erscheinungsbild des irritierten und ausgemergelten Nachkriegsdeutschen, der trotz Not und Weltuntergangsstimmung neuen Lebensmut entwickelt. (db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |