1945-49 |
Hunger nach Kultur: Kabarett |
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"Wenn sich alle Pläne dieser Woche verwirklichten, gäbe es bald mehr Kabaretts als unzerstörte Häuser", bemerkt Erich Kästner 1945 in München ironisch. In der Tat ist die Zahl der neu gegründeten Kabaretts nach dem Krieg immens groß; ebenso die Leidenschaft der Deutschen für den Kabarettbesuch. In Cafes, Kneipen oder auf Vereinsbühnen wird gespielt; der bühnentechnische Aufwand ist gering. Berlin und München werden die Hochburgen der Kabarettkunst. In Berlin
entwickelt das führende Kabarett "Ulenspiegel" einen Vortragsstil, der an
die Revuen der zwanziger Jahre anknüpft. "Alles Theater" und "Schwarzer
Jahrmarkt" sind die Kassenschlager der Nachkriegszeit. In Stuttgart etabliert sich Werner
Finck mit seiner "Mausefalle", die eine andere Spielart des Kabaretts pflegt.
Finck entlarvt durch Wortspiele und Andeutungen, durch Doppelsinniges und Irrsinniges.
Sein bevorzugtes Thema ist der deutsche Militarismus. (ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |