1945-49

 

Last der Vergangenheit: Nürnberger Prozesse

Photo: Anklagebank im Nürnberger Prozeß der Hauptkriegsverbrecher, 1945/46
Wochenschau: Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesse, 1945/46
Wochenschau: Nürnberger Folgeprozesse gegen Industrielle, 1948
Wochenschau: Nürnberger Folgeprozesse gegen Ärzte, 1946

Der Internationale Militärgerichtshof von Nürnberg ist zuständig für die Verurteilung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen den Frieden.
Am 20. November 1945 beginnt der erste der Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher des "Dritten Reiches".

Nicht alle können vor Gericht gestellt werden: Adolf Hitler und Joseph Goebbels begingen Selbstmord. Angeklagt sind unter anderen: "Reichsmarschall" Hermann Göring, der "Stellvertreter des Führers" Rudolf Heß, Rüstungsminister Albert Speer, die ehemaligen Außenminister Konstantin Freiherr von Neurath und Joachim von Ribbentrop, der "Chefideologe" Alfred Rosenberg, "Reichsjugendführer" Baldur von Schirach und Martin Bormann, Reichsleiter der NSDAP, gegen den in Abwesenheit verhandelt wird, weil die Alliierten seiner nicht habhaft werden konnten.

Zweimal täglich berichten die Rundfunksender in Deutschland aus Nürnberg, die Zeitungen veröffentlichen Zeugenaussagen und Kommentare. Der Prozess enthüllt das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft.

Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer, am 1. Oktober 1946, werden 12 der 24 Hauptkriegsverbrecher zum Tode verurteilt und hingerichtet, unter ihnen Ribbentrop und Rosenberg. Hermann Göring entzieht sich dem Henker durch Selbstmord. Sieben Angeklagte erhalten langjährige oder lebenslange Haftstrafen. In drei Fällen lautet das Urteil auf Freispruch, weil Schuld nicht nachgewiesen werden konnte. Die Leichen der Gehenkten werden in einem Münchener Krematorium eingeäschert und die Asche in die Isar gestreut. Die Alliierten wollen nationalsozialistische "Wallfahrten" verhindern.

In Nürnberg folgen weitere Prozesse vor Militärgerichten gegen Angehörige des Auswärtigen Amtes, Industrielle, Generäle, Ärzte, Juristen und höhere SS-Funktionäre. Bis in die Gegenwart sind Gerichte mit der Ahndung von NS-Straftaten beschäftigt.

Wochenschau: Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesse, 1945/46 Wochenschau: Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesse, 1945/46

(ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

II. WeltkriegNachkriegsjahreGeteiltes DeutschlandHomeLeMOImpressum