1945-49

 

Politischer Neubeginn: CDU (Christlich Demokratische Union) 1945-49

Plakat: Wahlplakat der CDU, 1946
Plakat: Wahlplakat der CDU, 1946

Die Christlich Demokratische Union (CDU) ist aufgrund ihrer überkonfessionellen Ausrichtung eine neuartige Partei: Sie will christlich orientierte Deutsche aus allen Gesellschaftsgruppen vereinen. Im Unterschied zur früheren Zentrumspartei bindet sie daher auch protestantische Schichten an sich. Alle regionalen Gruppierungen einigen sich auf der Reichstagung vom 14. - 16. Dezember 1945 in Bad Godesberg auf den gemeinsamen Namen CDU; eine Sonderrolle nimmt lediglich die bayerische Christlich Soziale Union (CSU) ein, die ihren Namen wie auch ihre Selbstständigkeit beibehält.

Die am 17. Juni 1945 in Köln gegründete rheinische CDU vertritt die Idee der Unions- und Volkspartei: Sie will Konfessionsdenken politisch überbrücken und alle gesellschaftlichen Gruppen repräsentieren. Das von der CDU der britischen Zone 1947 verabschiedete "Ahlener Programm" steht noch stark unter dem Einfluss der katholischen Soziallehre. Im Westen Deutschlands setzt sich jedoch bald Konrad Adenauer, seit 1946 erster Vorsitzender der CDU der britischen Zone und Fraktionsvorsitzender der Partei im nordrhein-westfälischen Landtag, gegen den linken Parteiflügel durch: Die "Düsseldorfer Leitsätze" von 1949 propagieren das von Nationalökonom Alfred Müller-Armack geprägte Konzept der sozialen Marktwirtschaft, das sich schließlich in ganz Deutschland durchsetzt.
In Berlin, das von den Alliierten trotz der Aufteilung in Besatzungszonen als Einheit betrachtet wird, gründet sich am 26. Juni 1945 die CDU auf der Basis eines "christlichen Sozialismus": Das Privateigentum wird zwar bejaht, doch auch die Sozialisierung der Bodenschätze, des Bergbaus und anderer Schlüsselindustrien. Allerdings scheitert Adenauers Gegenspieler Jakob Kaiser (geb.1888), Vorsitzender der CDU in der sowjetischen Zone, mit seiner Vorstellung, durch Zusammenarbeit über die Zonen hinweg die nationale Einheit Deutschlands zu erhalten. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) setzt Jakob Kaiser Ende 1947 ab. Nach der Bundestagswahl 1949, bei der die CDU/CSU stärkste Fraktion wird, schließen sich die Landesverbände der CDU in Goslar zur Bundespartei zusammen.

(db/sw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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