Am 10. Oktober 1945 gründet
Adam Stegerwald (1874-1945) in Würzburg eine Christlich Soziale Union
(CSU). Die in ihrem Wirkungskreis auf Bayern begrenzte Partei soll Sammel-
und Volkspartei aller Kreise mit christlich-sozialem Hintergrund sein und
für die politische Verständigung der Konfessionen eintreten. Da
sich bereits viele örtliche Initiativen zur Unionsgründung als
Nachfolgeorganisationen der katholischen BVP (Bayerische Volkspartei) betrachten,
ist die Gründungsphase der Union in Bayern von erbitterten Flügelkämpfen
geprägt.
Stegerwalds Nachfolger Josef Müller (1898-1979)gelingt es schließlich,
die rivalisierenden Flügel der CSU zu einen.
Unter der Führung Müllers
setzt sich die CSU vom Geist der Bayerischen Volkspartei ab, die seiner Ansicht
nach als rein konfessionelle, bürgerliche und föderalistische Partei
mit Rücksicht auf die neuen Mitglieder protestantischer Herkunft nicht
in Frage kommt. Ferner sind die Anfangsjahre der CSU von der Auseinandersetzung
um die Frage geprägt, ob Bayern künftig Monarchie oder Republik sein
soll. Zu Wählereinbußen für die CSU kommt es noch einmal mit
der Zulassung der Bayernpartei (BP)1948, deren separatistische und bayerisch-nationalistische
Politik für viele CSU-Wähler attraktiv scheint. Da die CSU aber von
Anfang an auf eine umfassende Industrialisierung und Modernisierung Bayerns
setzt, entzieht sie der Bayernpartei mit ihrem Hang zu kleinbürgerlichen
und bäuerlichen Strukturen schließlich den Boden.
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