1945-49

 

Politischer Neubeginn: CSU (Christlich Soziale Union)

Plakat: Wahlplakat der CSU, 1946

Am 10. Oktober 1945 gründet Adam Stegerwald (1874-1945) in Würzburg eine Christlich Soziale Union (CSU). Die in ihrem Wirkungskreis auf Bayern begrenzte Partei soll Sammel- und Volkspartei aller Kreise mit christlich-sozialem Hintergrund sein und für die politische Verständigung der Konfessionen eintreten. Da sich bereits viele örtliche Initiativen zur Unionsgründung als Nachfolgeorganisationen der katholischen BVP (Bayerische Volkspartei) betrachten, ist die Gründungsphase der Union in Bayern von erbitterten Flügelkämpfen geprägt.
Stegerwalds Nachfolger Josef Müller (1898-1979)gelingt es schließlich, die rivalisierenden Flügel der CSU zu einen.

Unter der Führung Müllers setzt sich die CSU vom Geist der Bayerischen Volkspartei ab, die seiner Ansicht nach als rein konfessionelle, bürgerliche und föderalistische Partei mit Rücksicht auf die neuen Mitglieder protestantischer Herkunft nicht in Frage kommt. Ferner sind die Anfangsjahre der CSU von der Auseinandersetzung um die Frage geprägt, ob Bayern künftig Monarchie oder Republik sein soll. Zu Wählereinbußen für die CSU kommt es noch einmal mit der Zulassung der Bayernpartei (BP)1948, deren separatistische und bayerisch-nationalistische Politik für viele CSU-Wähler attraktiv scheint. Da die CSU aber von Anfang an auf eine umfassende Industrialisierung und Modernisierung Bayerns setzt, entzieht sie der Bayernpartei mit ihrem Hang zu kleinbürgerlichen und bäuerlichen Strukturen schließlich den Boden.

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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