1945-49

 

Wiederaufbau und Wirtschaft: Schwarzmarkt

Plakat gegen den Schwarzmarkthandel, um 1948
Plakat gegen den Schwarzmarkthandel, 1948

Die im Krieg eingeführte Bewirtschaftung aller Konsumgüter wird auch von den Besatzungsbehörden beibehalten. Doch die Zuteilung der auf den Lebensmittelkarten ausgewiesenen Rationen ist oftmals nicht gesichert. Der Schwarzmarkt wird daher ein wichtiger Faktor des alltäglichen Überlebens in der Nachkriegszeit. Besonders Stadtbewohner sind zu ihrer Versorgung auf den Schwarzmarkt oder die Tauschzentralen angewiesen. Devisen, Schmuck und andere Sachwerte werden dort gegen Nahrungs- und Genussmittel getauscht. "Ami-Zigaretten" werden anstelle der wertlosen Reichsmark zur Ersatzwährung.

Vom Fahrradschlauch bis zur komplizierten Maschine ist auf dem Schwarzmarkt fast alles zu bekommen, vorausgesetzt, man hat entsprechende Gegenwerte zu bieten. Flüchtlinge und Ausgebombte, die nichts zu tauschen haben, sind hingegen allein auf die kargen Lebensmittelrationen angewiesen.
Die Versuche der Alliierten, durch Razzien und drastische Strafandrohungen den Schwarzhandel zu unterbinden, bleiben erfolglos. Erst die Währungsreform vom Juni 1948 und die damit einhergehende Normalisierung des Warenangebots trocknen den Schwarzmarkt aus.

[Kollektives Gedächtnis] Karl Deutmann: Schwarzmarkt in Berlin
[Kollektives Gedächtnis] Edith Stampe: Der schwarze Markt
[Kollektives Gedächtnis] Horst Lippmann: Schwarzmarkt
[Kollektives Gedächtnis] Frida Tannhäuser: Alltägliche Versorgung in Berlin
[Kollektives Gedächtnis] Irma Weinknecht: Schwarzmarkt 1946
[Kollektives Gedächtnis]Hannes Bienert: Deutsche Kriegsgefangene und Schwarzmarkt in Beuthen
[Kollektives Gedächtnis]Hannes Bienert: Alltag und Überlebensmittel 1946

 

(ag/reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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