1945-49 |
Wiederaufbau und Wirtschaft: Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) |
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Am 30. Oktober 1945 erlässt die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) den Befehl über die Beschlagnahmung des Eigentums des deutschen Staates sowie der NSDAP und aller ihrer Organisationen. Ein Teil der enteigneten Betriebe wird aber nicht in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt, sondern verbleibt unter der Kontrolle der SMAD. Durch den Befehl Nr. 167 vom Juni 1946 gehen diese Betriebe als "Sowjetische Aktiengesellschaften" (SAG) in den Besitz der UdSSR über. Ende 1946 bestehen in der sowjetischen Besatzungszone 200 solcher SAG, darunter einige der wichtigsten Industrieanlagen wie Leuna, Buna, Wismut und Bitterfeld. Die SAG werden von sowjetischen Generaldirektoren geleitet und zahlen keinerlei Steuern. Die Betriebsleitungen sind mit militärischer Befehlsgewalt ausgestattet. Ein großer Teil der Produktion der SAG wird direkt in die UdSSR exportiert. Neben den direkten Demontagen sind diese Entnahmen aus der laufenden Produktion zur Deckung der sowjetischen Reparationsforderungen vorgesehen. Zwar werden die Sowjetischen Aktiengesellschaften in mehreren Schüben an die deutsche Verwaltung übergeben oder verkauft, doch erwirtschaften sie 1951 noch insgesamt fast ein Viertel der Industrieproduktion der DDR. Erst nach dem Volksaufstand vom 17.Juni 1953 werden Anfang 1954 dann die letzten 33 SAG von der UdSSR an die DDR übergeben. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |