Besucher in der Ausstellung

03.11.2017–22.04.2018

Wüstes Land

Fotografien J Henry Fair / Trash-People HA Schult

Klimawandel, Tagebau, Müllberge – der Mensch greift massiv in seine Umwelt ein. Im Rahmen der UN-Weltklimakonferenz in Bonn zeigt das Haus der Geschichte in der U-Bahn-Galerie die Ausstellung „Wüstes Land. Fotografien J Henry Fair / Trash-People HA Schult“. Die Arbeiten dieser beiden prominenten Künstler regen durch ihre verschiedenen Blickwinkel zur Diskussion an: Wie groß ist das Ausmaß der Umweltzerstörung und welche Folgen hat sie für Menschen, Tiere und Pflanzen?

Die rund 20 Fotografien des US-Amerikaners J Henry Fair beeindrucken auf den ersten Blick durch ästhetische Formen, Farben und Kontraste. Bei genauer Betrachtung entpuppen sie sich als massive Folgen der Umweltzerstörung durch den Braunkohleabbau in Garzweiler und in der Lausitz. Mehr Informationen zu den Bildern gibt es auf Fairs Webseite. HA Schults „Trash-People“ sind mittlerweile legendär. Die aus Müll gebildeten, menschengroßen Gestalten lenken den Fokus auf die Müllproblematik als Kehrseite des Konsums.

J Henry Fair, in Charleston (USA) geboren, lebt und arbeitet als Fotograf und Umweltaktivist in New York. Seine Bekanntheit verdankt er vor allem der Fotoreihe „Industrial Scars“. Die Arbeiten werden international ausgestellt und in renommierten Zeitschriften wie z.B. National Geographic abgedruckt. Seine bisher größte Ausstellung in Deutschland, „Toter Erde schöner Schein“, wurde im Herbst 2011 in Nürnberg gezeigt. Darüber hinaus arbeitet er mit Umweltorganisationen wie Greenpeace zusammen.

HA Schult, in Parchim geboren, wuchs in Berlin auf und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei K. O. Götz. Nach Stationen in München und New York lebt und arbeitet er in Köln. Zu seinen bekanntesten Kunstwerken zählen u. a. das „Flügelauto“ in Köln (1991) oder die Rauminstallation „Love Letters“ (2001). Seit 1996 reisen seine „Trash People“ um die Welt. Nach Stationen in Paris, Moskau, auf der Chinesischen Mauer, vor den Pyramiden in Gizeh, dem Salzstock in Gorleben, Tel Aviv und Lhasa, kommen nun einige von ihnen nach Bonn ins Haus der Geschichte.

Einblicke
Stehende Flüssigkeit im Braunkohletagebau. Niederzier, Nordrhein-Westfalen 2007
Grenze zwischen Tagebaugebiet und landwirtschaftlicher Fläche. Otzenrath, Nordrhein-Westfalen 2007
Abfallschlammteich in der Nähe eines Braunkohlekraftwerkes. Spremberg, Brandenburg 2008
Trash People in China
Asche der Braunkohleverbrennung verstreut in einem stillgelegten Abbaugebiet. Garzweiler, Nordrhein-Westfalen 2010
Plakat zur Ausstellung Wüstes Land