Ausschnitt aus dem Plakat zur neuen Dauerausstellung
Junge Frau in der Ausstellung vor Vitrine mit Roboter
Zwei Jugendliche posieren bei einem ehemaligen Grenzabschnitt in Berlin.

Dauerausstellung

Unsere Geschichte

Diktatur und Demokratie nach 1945

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05.05.2022 - 08.01.2023

#DEUTSCHLANDDIGITAL

Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

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Bis 12. Februar 2023

NIEMANDSLAND UND MUSTERDORF

Fotoreportagen von Bettina Flitner 1990/2014

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Eintritt frei

Der Eintritt zum Museum und allen Ausstellungen ist kostenlos.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag: 9–18 Uhr
Samstag und Sonntag: 10–18 Uhr
Zu den Öffnungszeiten an Feiertagen

Aktuelles
Interaktive Karte des Projekte Orte der Einheit
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orte-der-einheit.de

1989 wird an diesen Orten in Berlin um Freiheit gekämpft, 1990 die Wiedervereinigung errungen und seitdem die Einheit verwirklicht. Hören Sie online und unterwegs, wie die Teilung Deutschlands Geschichte wird und sich die Republik verändert. Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

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Junger Mann in pinkfarbenen ärmellosem Top sitzt auf Motorroller. und schaut in die Kamera.
NIEMANDSLAND UND MUSTERDORF

Fotoreportagen von Bettina Flitner 1990/2014

Entdecken Sie zwei Fotoreportagen, die Einblicke in das widersprüchliche Lebensgefühl im Osten Deutschlands seit dem Ende der DDR geben.

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Museumsmagazin 3/2022

Das neue Museumsmagazin ist da! Im Mittelpunkt stehen die Überarbeitungen unserer Dauerausstellungen in Bonn, Berlin und Leipzig.

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Wegfall der Corona-Regeln

Unser Museum ist für alle zugänglich. Wir empfehlen weiterhin das Tragen einer Mund-Nasen-Maske.

Kommende Veranstaltungen
Porträt des Referenten Alexander Rode
Alexander Rode, Foto: Alicia Mülle
Mann auf einer Fußwegkante, stützt die Hände in den Kopf, daneben eine Tasche
Foto: Gerhard Mingram

Vortrag und Gespräch mit Alexander Rode (Promovend, Universität Leipzig)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig


Leipzig verfolgte in der Zeit des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus eine besonders repressive Politik gegenüber Menschen, die bettelten, vagabundierten oder mittellos wanderten. Zu diesem Ergebnis kommt Alexander Rode in seiner Dissertation, die er gerade am Historischen Seminar der Universität Leipzig fertigstellt. Wie er zu dieser Einschätzung gelangt und warum nicht-sesshafte Menschen stigmatisiert und diskriminiert wurden, darüber berichtet Rode in der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.

Schon seit der frühen Neuzeit hatte im politischen und öffentlichen Raum die Behauptung Konjunktur, Vagabunden und Landstreicherinnen, „asoziale“ Wandernde, Bettlerinnen und Bettler seien aufgrund ihres Drangs zur Bewegung nicht in der Lage, ein geregeltes, das heißt sesshaftes Leben zu führen.  Arbeitslosigkeit, einen angeblichen Unwillen zur geregelten Arbeit, Faulheit, oft auch Krankheit und Kriminalität schrieb man diesen Menschen zu. 

Teil des Forschungsansatzes Rodes ist es, nach den Ursachen für die genannten negativen Zuschreibungen zu suchen. Gründe findet er vor allem in diskriminierenden Strukturen, einer restriktiven Armen- und Sozialpolitik und in Vorurteilen, die in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet waren. Rode räumt dabei auch mit dem Klischee auf, diese Form der Diskriminierung sei originär dem Nationalsozialismus zuzuschreiben. Vielmehr zeichnet er eine lange Tradition diskriminierender Praktiken in lokalen Behörden, wie Polizei-, Gesundheits- und Fürsorgeämtern sowie bei Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft nach. 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte. Einmal im Quartal geben Studierende und Absolventinnen bzw. Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig im Forum live Einblicke in ihre Forschungsprojekte. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.

Alexander Rode, geboren in Magdeburg, lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Leipzig und schließt aktuell seine Promotion zum Thema „Die Bewegung der Anderen. Prekäre Mobilität im 19. und 20. Jahrhundert in Sachsen und Leipzig“ ab. Rode forscht zur Leipziger Lokalgeschichte, insbesondere zur Verfolgung und zum gesellschaftlichen Ausschluss von Sinti, Roma und so genannten „Asozialen“. Dabei legt er einen besonderen Fokus auf die Kontinuitäten zwischen der Zeit des deutschen Kaiserreichs und des Nationalsozialismus.

Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Filmplakat Am Ende der Milchstraße
Filmplakat „Am Ende der Milchstraße"

Dokumentarfilm (D 2012, 93 Min, Regie: Leopold Grün und Dirk Uhlig)
Rahmenprogramm zur Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“

Fern jeder Sozialromantik porträtiert der Dokumentarfilm das Leben der Menschen in dem 50-Seelen-Dorf Wischershausen in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist vom politischen und gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte, vor allem aber von Armut geprägt. Die Menschen leben vorwiegend von dem, was die Natur hergibt: Tierhaltung dient der Selbstversorgung, hinter den Häusern wird Gemüse und Obst für den Eigenbedarf oder zum Tausch angebaut. Den Dorfkonsum gibt es schon lange nicht mehr. Nur wenige Dorfbewohnerinnen und -bewohner gehen bezahlter Arbeit nach. Sie führen ein Leben am Rande des Existenzminimums. Und doch bilden der Bauer Maxe, seine Freundin Cordula, der Zugezogene Harry, der Melker Oli, der bald heiraten wird, und die fünffache Mutter Gabi, deren Söhne arbeitssuchend heimgekehrt sind, eine Gemeinschaft, die von Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe geprägt ist.

Leopold Grün, geboren 1968 in Dresden, ist ein deutscher Dokumentarfilmer.
1989 legte er in der DDR sein Lehrerstaatsexamen ab, studierte danach in München Sozial- und Medienpädagogik sowie Sozial- und Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1993 dreht er Dokumentationen, schafft Videoinstallationen und verfasst Texte für Filme. 1999 wurde er Geschäftsführer des Berliner Instituts Jugend Film Fernsehen. Er war einer der Organisatoren des Kurzfilmfestivals Emergeandsee in Berlin. Seit 1996 arbeitet er bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e. V. Berlin als Medienpädagoge. 2007 präsentierte er seinen ersten Langfilm mit der Dokumentation „Der rote Elvis“. Von 2017 bis 2019 war Grün Geschäftsführer des Bran-chenverbandes AG Verleih. Seit 2020 ist er Geschäftsführer von Vision Kino.

Dirk Uhlig, 1967 geboren in Meerane, ist ein deutscher Dokumentarfilmer und Künstler. Nach dem Abbruch seines Medizinstudiums in Berlin ist er seit 1993 freier bildender Künstler mit Schwerpunkt Malerei. 2004 nahm er an einer Fortbildung zum Mediengestalter Bild und Ton teil. Seit 2005 dreht er zusammen mit Leopold Grün Dokumentarfilme wie „Der rote Elvis“ (2007) und „Am Ende der Milchstraße“ (2012).
 

Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Plakat der Tagung
Rostender Trabi

Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Freitag, 2. Dezember 2022
9.00 bis 16.30 Uhr

Öffentliche Tagung mit Begleitprogramm

Link zum Veranstaltungsflyer


Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig


Transformationserfahrungen seit dem Mauerfall waren und sind ebenso ambivalent wie multidimensional: Arbeitswelten, Selbstbilder, Lebenswege, soziales Miteinander, dörfliche Infrastrukturen, Traditionen und Mobilitätsverhalten wandelten sich – und tun es bis heute, wenn wir die Transformationszeit in der langen Dauer in den Blick nehmen. Und auch das Erinnern an die Zeit der DDR wandelte sich und erfährt beständig Neuinterpretationen. Bislang aber fanden diese Erfahrungen wenig Beachtung in der wissenschaftlichen Forschung. Dabei sind jene Berichte gerade aus ländlichen Räumen ein besonderer Quellenschatz, den es zu (er)heben gilt.

Die Tagung nähert sich dem Thema „Erinnern und Vergessen der DDR in der ostdeutschen Provinz“ aus interdisziplinärer Perspektive und bietet Möglichkeiten zur Vernetzung und Raum für Anregungen.


PROGRAMM

9.00 Uhr

Herzlich willkommen!
Anmeldung und Get-together

 

9.30 Uhr

Einführung durch Dr. Uta Bretschneider (Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)


    
9.40 Uhr

Vortrag: Kulturell-historisches Engagement auf dem Land. Schlaglichter und neue Studien
Dr. Roland Löffler
(Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

 

10.00 Uhr

Gespräch: Erinnern an die DDR
    
Dr. Jens Schöne (Stellvertretender Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Prof. Dr. Ira Spieker (Leiterin des Bereichs Volkskunde/Kulturanthropologie am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden)

Dr. Roland Löffler (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

Dr. Uta Bretschneider (Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)

Moderation: Henry Bernhard (Deutschlandfunk, Erfurt)

 

12.00-13.00 Uhr    Mittagspause

 

12.30 Uhr

Angebot: „Niemandsland und Musterdorf. Fotoreportagen von Bettina Flitner 1990 und 2014“
Ausstellungsrundgang mit der Kuratorin Dr. Henrike Girmond, Galerie, 3. OG

 

13.00 Uhr

Vortrag: ‚Vergessmale‘ in der Provinz? Ungesehene DDR-Geschichte(n) in ländlichen Räumen
Dr. Uta Bretschneider
(Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)

 

13.30 Uhr        Gespräch: Vergessen der DDR
    
Dr. Nancy Aris (Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Dr. Michael Heinz (Sachgebietsleiter beim Bundesarchiv, Rostock)

Prof. Dr. Raj Kollmorgen (Professor für Management sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz)

Lukas Rietzschel (Schriftsteller und freier Autor, Görlitz)

Moderation: Greta Taubert (Journalistin und Autorin, Leipzig)

 

15.30 Uhr

TheaterTurbine Leipzig: Improtheater Finale

15.50 Uhr

Schlusswort: Dr. Uta Bretschneider

16.00 Uhr

Vernetzungen: Ausklang im Foyer
Möglichkeit zur Besichtigung der Dauerausstellung


Anmeldung und Information

Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung zur Tagung wird gebeten. Richten Sie diese bitte per E-Mail oder telefonisch an den Besucherdienst:
E-Mail: anmeldung-zfl(at)hdg.de

Telefon: 0341-2220-400

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

Donnerstag, 1. Dezember 2022, 19.00 Uhr, Saal

Am Ende der Milchstraße
Dokumentarfilm (D 2012, 93 Min, Regie: Leopold Grün und Dirk Uhlig)
Filmvorführung

 

Freitag, 2. Dezember 2022, 19.00 Uhr, Saal

Provinzbesuch: Lukas Rietzschel im Gespräch mit Greta Taubert
Lesung und Gespräch
Mit dem Schriftsteller Lukas Rietzschel (Görlitz)
Moderation: Greta Taubert (Journalistin, Leipzig)

Der Eintritt ist frei. Besuch der Veranstaltungen ohne Anmeldung.


Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Plakat der Tagung
Buchcover Raumfahrer
Buchcover „Raumfahrer“, Bild: dtv
Autor Lukas Rietzschel
Autor Lukas Rietzschel, Foto: Christine Fenzl
Moderatorin Greta Taubert
Moderatorin Greta Taubert, Foto: Stephan Pramme

Lesung und Gespräch
Mit dem Schriftsteller Lukas Rietzschel (Görlitz)
Moderation: Greta Taubert (Journalistin und Autorin, Leipzig)
Begleitproramm zur öffentlichen Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2.12.2022
Eintritt frei

Lukas Rietzschel liest im Begleitprogramm der Tagung Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2. Dezember 2022 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig aus seinem vielbeachteten Roman „Raumfahrer“. Greta Taubert, die ebenfalls über Provinzerfahrungen verfügt, moderiert den Abend. Es geht um das Verschwinden der DDR, die Erinnerungen an die Zeit vor 1989, um ländliche Räume und um Heimat. 

Häuser kann man abtragen und neu bauen, Erinnerungen nicht: Jan wohnt in der Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand. Das Krankenhaus schließt, wo Schule und Sportplatz waren, ist jetzt ein Supermarkt. Zu den Ruinen der DDR gesellt sich der Leerstand der Gegenwart. Eines Tages wird Jan mit der Frage nach seiner Mutter konfrontiert: Welche Beziehungen hatte Jans Mutter zu DDR-Zeiten? Und was hat das mit einem verschwundenen Gemälde von Georg Baselitz zu tun? Die Familien von Jan und Baselitz haben scheinbar nichts miteinander gemein und sind doch verknüpft. Überall Menschen, die nirgends so recht dazugehören, die das Alte verloren haben und zum Neuen keinen Zugang finden, die in einem luftleeren Raum zwischen Gegenwart und Vergangenheit schweben, Raumfahrer sind. Und scheinbar gehört Jan dazu.
(Klappentext „Raumfahrer“, Lukas Rietzschel)

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen, lebt in Görlitz. Sein Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ erschien 2018 und war ein Bestseller, der auch seinen Weg ins Theater fand und nun verfilmt wird. Der Roman war für den aspekte-Literaturpreis nominiert und erhielt den Gellert-Preis. „Raumfahrer“ wird am Staatstheater Cottbus inszeniert. Lukas Rietzschel erhält den Sächsischen Literaturpreis 2022.

Greta Taubert, Journalistin und Autorin studierte Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig und der Universität Breslau. Sie schreibt u. a. für Die Zeit, das Zeitmagazin und das SZ Magazin. Für ihre gonzo-journalistischen Sachbücher „Apokalypse Jetzt“ sowie „Im Club der Zeitmillionäre“ probierte sie Gesellschaftsutopien aus. Zuletzt erschien „Guten Morgen, du Schöner“, eine Sammlung von Protokollen ostdeutscher Männer der dritten Generation.

Anlässlich der öffentlichen Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2. Dezember 2022 sind der Schriftsteller Lukas Rietzschel und die Journalistin und Autorin Greta Taubert zu Gast im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.
 

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AudioGuide
Eine Hand hält ein Smartphone mit dem AudioGuide zur Dauerausstellung auf dem Display.

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Direktorin Uta Bretschneider bei einem Live-Rundgang in der Dauerausstellung