Bis 31. Januar 2022

Immer Ich

Faszination Selfie

„Lasst uns ein Selfie machen.“ Diesen Satz haben Sie bestimmt schon häufig gehört – oder selbst gesagt. Es ist normal, mit dem Smartphone ein schnelles Erinnerungsfoto von uns selbst, mit Freunden, der Familie oder Kolleginnen und Kollegen zu schießen. 93 Millionen Selfies werden schätzungsweise täglich produziert. Die (digitalen) Selbstporträts haben weltweit Einzug gehalten in Werbung, Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Die Wechselausstellung „Immer Ich. Faszination Selfie“ widmet sich dem globalen zeitgenössischen Phänomen. 

Man betritt die Ausstellung durch einen verspiegelten Tunnel, der das eigene Bild vielfach wiedergibt. Er führt zu einer großen Projektion aus unzähligen Selfies. Einige davon sind „viral gegangen“ und zu Ikonen geworden. Sie wurden vielfach geteilt – online wie auch in den klassischen Medien. Oft befeuern diese Bilder Debatten. Dazu zählen das Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem syrischen Asylsuchenden mitten in der Flüchtlingsdiskussion 2015/2016 oder das des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, der 2009 ein Selfie bei seiner Verhaftung macht. Das später über Twitter verbreitete Bild erreicht weltweit Menschen, die sich mit dem Regimekritiker solidarisieren.

Was vor knapp 20 Jahren mit dem Siegeszug des Smartphones beginnt – der Begriff „Selfie“ taucht erstmals 2002 auf – wird inzwischen in Politik, Medien, Wissenschaft und auch in Kunst und Kultur kontrovers diskutiert. Sind Selfies noch in oder schon wieder out? Fördern sie den Narzissmus in uns oder dienen sie der Identitätsfindung? Nerven Selfies oder machen sie einfach Spaß?

Unsere Ausstellung geht unter anderem der Frage nach, was überhaupt ein Selfie ist und wo seine historischen Vorbilder liegen. Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich seit jeher in Gemälden, Plastiken, Grafiken und Fotografien mit diesen Fragen. Würde Rembrandt van Rijn, der berühmteste niederländische Maler des 17. Jahrhunderts und Meister des Selbstportraits, heute möglicherweise zum Smartphone greifen?!

„Immer Ich. Faszination Selfie“ illustriert außerdem, welche neuen Gesten sich bei uns allen eingeprägt haben oder wie witzig, ungewöhnlich oder perfekt Selfies aussehen müssen, um in der digitalen Bilderflut wahrgenommen zu werden. An zwei interaktiven Selfie-Points laden wir Sie herzlich ein, Selfies von sich zu machen, sie unter dem Hashtag #faszinationselfie hochzuladen und so selbst Teil der Ausstellung zu werden. Also: Packen Sie Ihr Smartphone ein und machen Sie ein Selfie. Wir freuen uns auf Sie.

Einblicke
Warnschild "Lebensgefahr durch gefährliche Selfies
Time Europe "The Me Me Me Generation", 2013
Pastellzeichnung "Venus" von Ulrike Theusner, 2019
Flakon Selfie Olfactive Studio, Paris, 2015
Legomännchen mit Selfiestick
Plakat zur Ausstellung Immer ich Faszination Selfie

Museumsmagazin

Wir stellen Ihnen die Ausstellung „Immer Ich. Faszination Selfie“ in der Ausgabe 01/2021 unseres Museumsmagazins vor.

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