Veranstaltungen und Termine

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MAI
2026
Mai 2026
Foto von Herrmann Karte einem Landwirt in Brilon
Hermann Karte - Landwirt in Brilon (© Björn Lindenblatt)

Dokumentation (D 2025, ZDF/ARTE, 86 min, Regie: Marcus Fischötter) 
Filmvorführung und Gespräch
Mit Regisseur Marcus Fischötter, Dr. Michael Gries (ZDF/ARTE-Redaktionsleiter Wissen), Dr. Jens Schöne (Protagonist, Historiker, stv. Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und Albert Seifert (Protagonist, Landwirt)
In Kooperation mit ARTE
Eintritt frei

Mit ländlicher Idylle hat Landwirtschaft nur wenig zu tun: Die Produktion von Lebensmitteln hat sich in Europa im vergangenen Jahrhundert zunehmend industrialisiert. Marcus Fischötter zeichnet in seinem Film die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland sowie im Nachbarland Frankreich nach. 

Die Dokumentation setzt in den harten und entbehrungsreichen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg an, als noch Pferde und Ochsen als Zugtiere dienten, und ein Großteil der Arbeit auf den Feldern von Hand erledigt wurde. Dann verfolgt sie, wie der Einsatz von Traktoren, Mähdreschern und Melkmaschinen das bäuerliche Leben ab den 1960er Jahren veränderte. Dabei wird deutlich, dass die Entwicklung in Ost und West sehr unterschiedlich verlief.

Auch in der DDR schritt nach der Kollektivierung der Landwirtschaftsbetriebe die Industrialisierung unaufhaltsam voran. Schon in den 1960er Jahren entstanden gigantische Anlagen, in denen tausende Nutztiere auf engstem Raum gehalten wurden. Die Massentierhaltung sowie der starke Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden schadeten der Umwelt – auch im Westen. Anfang der 1980er Jahre kam es dort zu einer Gegenbewegung. Inspiriert durch die aufkommende Öko-Bewegung entschlossen sich die ersten Landwirte, ganz auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Es war der Beginn des Bio-Booms in der Landwirtschaft, der bis heute anhält.

Im Anschluss an die Filmpräsentation spricht der Regisseur Marcus Fischötter über diese Prozesse und die Entstehung der Dokumentation.

 

Juni 2026
© Stefan Hoyer / Punctum

ElternZEITGeschichte
Übern Zaun – Gärten und Menschen
Begleitung durch die aktuelle Wechselausstellung
Eintritt frei

Nicht nur die Gesellschaft hat sich in den 80 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs rasant gewandelt – auch unsere Gärten haben sich verändert: Vom Nutzgarten nach dem Krieg über den schicken Garten am Einfamilienhaus bis hin zu neuen Formen des Gärtnerns wie Urban Gardening, das unsere Städte heute grüner machen soll. Dieser Spezialrundgang für Eltern mit Babys durch die Wechselausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“ fragt nach der Entwicklung und den sozialen Funktionen von Kleingärten, Hausgärten und Gemeinschaftsgärten in Deutschland.

Der Rundgang ist auf die Bedürfnisse von Eltern mit Babys abgestimmt. Er dauert kompakte 45 Minuten; im Anschluss ist Zeit zum Austausch und für Rückfragen an den Museumsguide. Ein Raum zum Stillen, Wickeln und Beruhigen ist vorhanden. Da in der Ausstellung nur begrenzter Platz für Kinderwagen ist, empfehlen wir für die Babys ein Tragesystem.


Die Begleitung ist Teil des neuen Elternzeit-Angebots des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, das Eltern mit Babys an mehreren Terminen im Jahr einlädt, Kapitel der Dauerausstellung sowie die aktuelle Wechselausstellung näher zu erkunden.
Weitere Termine 2026 sind:

Dienstag, 25. August 2026, 11.00 Uhr
Von den Montagsdemos zur Wiedervereinigung. Die Friedliche Revolution und der Fall des Eisernen Vorhangs

Mittwoch, 11. November 2026, 14.00 Uhr
Aufbrüche und Abbrüche im wiedervereinten Deutschland
 

Buchcover Ostkreuz Agency of Photographers
Buchcover, Foto: Anne Pfautsch

Buchvorstellung und Gespräch
Mit der Autorin Dr. Anne Pfautsch (Kunsthistorikerin und Kuratorin) und der Fotografin Stephanie Steinkopf (OSTKREUZ–Agentur der Fotografen)
Eintritt frei

Wie spiegelt sich ostdeutsche Identität nach 1989 in der Fotografie wider? Dieser Frage ist die Kunsthistorikerin Anne Pfautsch in ihrer Dissertation, die jetzt als Buch vorliegt, nachgegangen. Sie hat dabei vor allem die fotografische Praxis von „Ostkreuz“, einer 1990 von namhaften Fotografinnen und Fotografen in Ost-Berlin gegründeten Agentur, untersucht. Wie diese Agentur auf die Umbrüche nach der Wiedervereinigung reagierte, stellt Anne Pfautsch im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig vor.

Im Zentrum des Abends steht die Frage, wie „der Osten“ in den Medien, als andere, fremdartige Gesellschaft konstruiert wurde und wie „Ostkreuz“ in Auftragsarbeiten der 1990er Jahre und in eigenen Ausstellungen zwischen 2005 und 2015 mit diesen Zuschreibungen gearbeitet hat. Dabei wird deutlich, dass „Ostdeutschland“ nicht nur eine Fremdzuschreibung war, sondern von den Fotografinnen und Fotografen auch bewusst als Bezugssystem und identitätsstiftendes Moment verwendet wurde und wird. Anne Pfautsch verfolgt dabei die Spannungen zwischen Erinnerung, Selbstverortung und Ausstellungspraxis und zeichnet nach, wie die Herkunft der beteiligten Fotografinnen und Fotografen deren Arbeit bis heute prägt.

Im Gespräch mit Anne Pfautsch ist die Fotografin Stephanie Steinkopf, Mitglied von „Ostkreuz“. Ihre fotografischen Langzeitprojekte widmen sich politischen und sozialen Konflikten, die das individuelle Leben prägen. In einem intimen Zugang nähert sie sich Menschen sowie deren alltäglichen und emotionalen Beziehungen. Dabei verbindet sie dokumentarische Beobachtung mit fiktionalen Momenten. So entstehen Bildräume, die dazu anregen, gesellschaftliche Prägungen, Ausschlüsse und Vorurteile der Gegenwart kritisch zu hinterfragen.

Dr. Anne Pfautsch ist freie Kunsthistorikerin, Kuratorin und Dozentin. 2024 war sie Stipendiatin am Zentralinstitut für Kunstgeschichte und wurde für ihre Dissertation Ostkreuz – Agentur der Fotografen: Tracing the Legacy of the German Democratic Republic in Post-Socialist Photography and Exhibition Making mit dem Jutta-Held-Preis 2023 der Stiftung Kritische Kunst- und Kulturwissenschaft ausgezeichnet. Sie war Curatorial Fellow am Haus der Kunst in München (2022–23) und nahm am Programm Connecting Art Histories der Getty Foundation (2019–21) teil. Im Rahmen des f/stop Festival für Fotografie Leipzig 2027 kuratiert sie die Ausstellung Memory in Suspension für „f/stop LOKAL“.
 

Portraitfoto der MDR Moderatorin Diane Fritzsche Grimmig
© MDR / Wolf Hagen

Vortrag und Austausch
mit der Moderatorin von „MDR Garten“ 
Begleitprogramm zur Ausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Eintritt frei

Trocknen, Einsalzen, Räuchern, Lagern in Sand oder Fermentieren – die Nachfrage nach Methoden, Erträge aus Garten und Hof haltbar zu machen „wie früher“ hat gerade Konjunktur. Das merkt auch MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig an den Rückmeldungen ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer.

Ins Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig bringt sie Tipps mit, wie das ohne technische Hilfsmittel funktionieren kann – vom Lindenblüten-Trocknen bis zum Sauerkraut-Einlegen. Nach einem einführenden Vortrag können Besucherinnen und Besucher bei einer Tasse „Blümchenkaffee“ direkt mit Diana Fritzsche-Grimmig ins Gespräch kommen.

Diana Fritzsche-Grimmig moderiert seit 2016 die Sendung „MDR Garten“. Geboren wurde sie in der Oberlausitz und ist sorbische Muttersprachlerin. Schon früh zog es sie zum MDR – erst ins Radio, dann auch ins Fernsehen. Ob im Egapark Erfurt, als Reporterin im Land unterwegs oder im Hörfunk-Studio: Diana Fritzsche-Grimmig liebt es, Menschen zu besuchen und fürs Gärtnern zu begeistern.
 

Altes Haus mit Naturgarten
Naturnaher Hausgarten, Foto: ZFL

Kurzführung und Radtour
In Kooperation mit dem Stadt-Umland-Landschaftspflegeverband Leipzig Grün e. V.
Begleitprogramm zur Ausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Teilnahme kostenfrei

Der Zaun grenzt den Garten von Nachbarn und öffentlichem Raum ab – dennoch ist er selten unüberwindbar, sondern eher symbolischer Natur. Genau das macht sich die Radtour zunutze: Sie lädt ein, mit den Gärtnerinnen und Gärtnern direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen. Nach einem 20-minütigen Auftakt in der Wechselausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig geht es mit dem eigenen Drahtesel nach Schkeuditz und in die Waldsiedlung Göhrenz.

Die Tour dauert etwa 5 Stunden und ist 30 Kilometer lang. Picknick kann selbst mitgebracht werden, unterwegs gibt es aber auch eine Einkehrmöglichkeit. Tourleiter ist Michael Berninger, Bildungsreferent beim Stadt-Umland-Landschaftspflegeverband Leipzig Grün e. V.

Teilnahme auf eigene Gefahr. Für Schäden übernehmen die Veranstalter keine Haftung.
 

Filmplakat von Mit der Faust in die Welt schlagen
© Across Nations Filmverleih GmbH

Film des Monats
Mit der Faust in die Welt schlagen
Drama, D 2025, 110 Min, Regie: Constanze Klaue
Filmvorführung und Gespräch
Mit der Regisseurin Constanze Klaue und dem Filmkurator Dr. Andreas Kötzing (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Dresden)
In der Reihe „Ein anderer Kino-Osten #2“
Eintritt frei

Philipp und Tobi wachsen in der Provinz Sachsens auf. Ihre Kindheit ist geprägt von dem Zerfall der eigenen Familie und der Perspektivlosigkeit einer ganzen Region. Als Jahre später ein Heim für Geflüchtete entstehen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder zurückzieht, findet der andere ein Ventil für seine Wut. 

Constanze Klaue, 1985 in Ost-Berlin geboren, studierte zuerst Germanistik in Dresden und Jazzmusik in Köln und Osnabrück. 2014 ging sie an die Kunsthochschule für Medien Köln, um sich ganz dem Filmemachen zu widmen. Als freie Autorin und Regisseurin schreibt und inszeniert sie für Film, Musik und Literatur gleichermaßen. 2025 feierte Constanze Klaue mit ihrem Langfilm-Debüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ auf der Berlinale Weltpremiere.
 

Bildcollage der mosambikanischen Vertragsarbeitenden
© Afrika Medien Zentrum e. V.

Mosambikanische Vertragsarbeitende erinnern an die DDR
Filmvorführung, Gespräch und Fotopräsentation 
Mit Alfredo Mahumane (ehemaliger Vertragsarbeiter/
Designer und Musiker), Sabine Felber (Projekt- und künstlerische Leitung) und Prof. Teresa Pinheiro (Kultureller und Sozialer Wandel, TU Chemnitz)
Moderation: Dennis Chiponda (Speaker und Diversity Berater)
Ein Projekt des Afrika Medien Zentrum e. V. und von Sabine Felber
In Kooperation mit dem Centro Cultural Mocambicano-Alemão (CCCMA)/ Goethe-Zentrum Maputo
Eintritt frei

Madgermanes – so nennen sich Mosambikanerinnen und Mosambikaner, die eine Zeitlang als Vertragsarbeitende in der DDR lebten. Etwa 20.000 von ihnen waren auf Grundlage eines Staatsvertrags zwischen ihrem Heimatland und der DDR gekommen; viele mussten nach der Wiedervereinigung das Land verlassen. Bis heute kämpfen manche darum, dass ihnen Teile ihres ausstehenden Lohns, ausgezahlt werden.

Die multimediale Ausstellung See my Story. Copyright by Madgermanes gibt den ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeitenden eine eigene Stimme. Im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig stellt die gleichnamige Projektgruppe diese sechs kurzen Videos und zwölf kooperativ entstandenen fotografischen Selbstporträts vor. Madgermans erzählen darin ihre persönlichen Geschichten.

2025 fanden Workshops mit Madgermanes in Mosambik statt – unter der künstlerischen und Projektleitung der Berliner Fotografin und Soziologin Sabine Felber, gemeinsam mit den mosambikanischen Kunstschaffenden Kátia Manjate und Kayesun Assis. Entstanden sind Videos, in denen die Madgermanes selbst erzählen, und Fotografien, in denen die Protagonistinnen und Protagonisten zu einem authentischen Selbstausdruck finden.

Das Projekt wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

See my Story. Copyright by Madgermanes gives a voice to Mozambican contract workers („Madgermanes“) through videos and cooperative photographic self-portraits. Around 20,000 Mozambicans came to the GDR, many of whom had to leave the country during the period of German reunification.
In 2025 workshops with Madgermanes took place in Mozambique, under the artistic direction of Berlin-based photographer and sociologist Sabine Felber, together with Mozambican artists Kátia Manjate and Kayesun Assis. The Madgermanes become the authors of their own stories, presenting themselves as they wish to be seen.

 

Porträt des Referenten Dominic Wendekamm
Dominic Wendekamm, Foto: privat
Linienbus mit Werbung für die SuperIllu vor einem großen Plattenbau
Erster Verlagssitz der SuperIllu in Berlin, Foto: Michael Handelmann, Super Illu

Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte:
Vortrag und Gespräch mit Dominic Wendekamm (Student am Historischen Seminar der Universität Leipzig)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig
Eintritt frei

Die Zeitschrift „Super Illu“ etablierte sich kurz nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 als prägendes Medium in Ostdeutschland. In den turbulenten Jahren nach der Wiedervereinigung begleitete sie die Menschen durch einen beispiellosen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch. Die Illustrierte reagierte mit Ratgeberjournalismus und fungierte als eine Art „Gebrauchsanweisung“ für das westdeutsche System. Ihren Leserinnen und Lesern empfahl das Blatt dabei enorme individuelle Anpassungen: Um auf dem neuen Markt zu bestehen, riet es zur Abkehr von alten Berufsidentitäten, forderte stundenlanges Pendeln in den Westen und rief zur offensiven Selbstvermarktung auf.

Während sie wirtschaftlich zur bedingungslosen Anpassung an westdeutsche Gegebenheiten aufrief, kanalisierte die „Super Illu“ gleichzeitig teils lautstarke Gegenwehr im gesellschaftlichen Leben und wurde zum Sprachrohr für ostdeutschen Trotz: Sie organisierte Protestaktionen gegen als herabwürdigend empfundene westdeutsche Fernsehformate, kritisierte die Verdrängung von Ost-Produkten aus den Supermarktregalen und verteidigte Traditionen wie die Jugendweihe als schützenswerten Raum einer Ost-Identität.  

Dominic Wendekamm ist in seiner Staatsexamensarbeit der bewegten und oft widersprüchlichen Geschichte der Illustrierten im Zeitraum von 1990 bis 1994 nachgegangen und stellt im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig seine Ergebnisse zur Diskussion. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“. Regelmäßig stellen Studierende und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig ihre Forschungsprojekte außerhalb des akademischen Raums zur Diskussion. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.


Dominic Wendekamm, geboren 1999 am Rand des Erzgebirges, studiert seit 2021 an der Universität Leipzig die Fächer Deutsch und Geschichte für das Lehramt am Gymnasium. 
 

Vortrag
Mit Prof. Dr. Raj Kollmorgen (Hochschule Zittau/Görlitz)
In der Reihe „Positive Visionen für Politik und Gesellschaft“ 
Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Dresden – Politisches Bildungsforum Sachsen
Eintritt frei

Ostdeutsche sind in Entscheidungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch immer unterrepräsentiert. Diese These ist allgegenwärtig in der öffentlichen Diskussion und wird von aktuellen Zahlen, so dem Elitenmonitor von 2025 gestützt. Auch in anderen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen nehmen Menschen ein Ungleichgewicht wahr und erleben reale Teilhabechancen häufig als begrenzt. Trägt das zu einer wachsenden Distanz gegenüber demokratischen Institutionen und gesellschaftlichen Eliten in Ostdeutschland bei?

Der Vortrag von Prof. Dr. Kollmorgen beleuchtet, wie Populisten solche Erfahrungen und Wahrnehmungen aufgreifen, zuspitzen und politisch nutzen. Im Fokus stehen dabei auch die gesellschaftlichen Folgen dieses Prozesses: Schwächt er das Vertrauen in demokratische Verfahren und Formen politischer Beteiligung? Beschleunigt er die Polarisierung der Gesellschaft?

Prof. Dr. Raj Kollmorgen, 1963 in Leipzig geboren, ist Soziologe mit den Schwerpunkten sozialer Wandel und Transformationsforschung. Er studierte Philosophie, Gesellschaftswissenschaften und Volkswirtschafts-lehre in Berlin und promovierte 1999 in Soziologie, gefolgt von der Habilitation 2010. Nach vielfältigen akademischen Stationen im In- und Ausland ist er seit 2013 Professor an der Hochschule Zittau/Görlitz. Seit 2025 leitet er dort das Forschungsinstitut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS).
 

Portraitfoto von Franziska Klose
Franziska Klose, © Anja Schneider
Portraitfoto von Rüdiger Dittmar
Rüdiger Dittmar, © privat

Gespräch und Stadtspaziergang 
Mit der Künstlerin Franziska Klose sowie Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig
Begleitprogramm zur Ausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Eintritt frei

Wie nehmen wir Pflanzen in der Stadt wahr – und was übersehen wir dabei? Ungeplantes Grün in Bordsteinritzen, auf Brachflächen oder entlang von Wegen bleibt oft unbeachtet, obwohl es unseren Stadtraum prägt.
Die Künstlerin und Fotografin Franziska Klose sowie Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, sprechen über Themen wie Zufallsgrün, Pflanzenblindheit und urbane Vegetation. Wie kann die Koexistenz von Mensch und Natur im Stadtraum funktionieren? Welche Rolle spielt unsere eigene Wahrnehmung urbaner Vegetation dabei? Und welche stadtplanerischen und politischen Weichenstellungen beeinflussen unser Verhältnis zur Natur in der Stadt?
Im Anschluss an das Gespräch laden wir zu einem gemeinsamen Stadtspaziergang ein, bei dem das Diskutierte unmittelbar erfahrbar wird.

Franziska Klose studierte Visuelle Kommunikation, Freie Kunst und Fotografie in Weimar, Genf und Leipzig. In ihrer Arbeit widmet sie sich zeitgenössischen Landschaften und urbaner Flora. Zuletzt erschien ihr Buch „COHABITAT Stadt“ im publish&print Verlag.

Rüdiger Dittmar ist seit 2015 Leiter des Leipziger Amts für Stadtgrün und Gewässer. Der diplomierte Forstwirt und Ingenieur für Landschaftspflege leitete zuvor den Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen in Koblenz.