Veranstaltungen und Termine
Oktober 2026
Gespräch Saal
Demokratie unter Druck: Wie schützen wir politisches Engagement?
Eintritt frei
Vortrag und Gespräch
Mit Ann Rogalski (Starke Demokratie e. V. und Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft der Aktion Zivilcourage e. V., Pirna/Dresden), Kristina Heller (EAF Berlin – Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V., Berlin) und Wiebke Şahin-Connolly (Bürgermeisterin von Zossen)
Moderation: Katharina Dalko (Konrad-Adenauer-Stiftung Dresden)
Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Dresden – Politisches Bildungsforum Sachsen
Eintritt frei
Demokratie lebt vom Engagement der Menschen, die sich in Parteien, Vereinen, Initiativen oder kommunalen Gremien für das Gemeinwesen einsetzen. Doch politisch und ehrenamtlich Engagierte sehen sich zunehmend Anfeindungen, Hass und gezielten Angriffen ausgesetzt – insbesondere im digitalen Raum, aber auch im direkten politischen Alltag. Diese Entwicklungen stellen eine Herausforderung für das demokratische Miteinander dar und werfen die Frage auf, wie politisches Engagement geschützt und gestärkt werden kann.
Im Gespräch berichten Ann Rogalski vom Verein Starke Demokratie, Kristina Heller von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin) und Constance Arndt, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, über die Auswirkungen von Hass und Anfeindungen auf politisch Engagierte und welche Rahmenbedingungen für eine sichere Beteiligung notwendig wären.
Ann Rogalski ist Referentin für Dialogformate, Bürgerbeteiligung und Konfliktmoderation am Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft der Aktion Zivilcourage e. V. und ehrenamtlich im Vorstand des Vereins Starke Demokratie e. V. tätig.
Kristina Heller arbeitet seit 2022 als Expertin im Bereich Gender und Politics bei der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin). Die Kultur- und Politikwissenschaftlerin engagiert sich an der Schnittstelle von Politik, Organisationsentwicklung und Gleichstellung.
Wiebke Şahin-Connolly ist seit 2021 Bürgermeisterin der Stadt Zossen in Brandenburg und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Demokratie und Zukunftsfähigkeit von Kommunen. Als Mitbegründerin der Initiative Stark im Amt setzt sie sich zudem für den Schutz kommunalpolitisch Engagierter vor Bedrohungen und Online-Hetze ein.
Hörkunstperformance Saal
35x89 – Engagierte Frauen 1989/90. Eine hybride Spurensuche
Eintritt frei
Hörkunstperformance
Mit Ingeborg Freytag und Maria Schüritz
In Kooperation mit dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Eintritt frei
Die hybride Hörkunstperformance „35x89 – Engagierte Frauen 1989/90“ wirft ein Schlaglicht auf die weibliche Seite der Friedlichen Revolution. Das collagenartige Kulturprojekt der Leipziger Musikerinnen Ingeborg Freytag und Maria Schüritz verwebt Songs, Kompositionen und interaktive Echtzeitmusik mit authentischen Zeitzeuginnen-Interviews. Ergänzt wird das vielschichtige Klangbild durch Sprach- und Klangkunst von Schauspielstudierenden der Theaterakademie Sachsen.
Das Besondere: Die Performance bringt mindestens drei Generationen miteinander ins Gespräch. Frauen, die die Wendezeit 1989/90 aktiv mitgestalteten, treffen auf (Nach-)Wendekinder und junge Erwachsene von heute. So entsteht ein lebendiger, multidimensionaler Dialog über den damaligen Systemwechsel und das historische Engagement von Frauen.
Die Akteurinnen spiegeln diesen Ansatz perfekt wider: Multimusikerin Ingeborg Freytag (*1965) war selbst in der Leipziger Bürgerrechts- und Frauenbewegung aktiv. Songpoetin Maria Schüritz (*1985) wuchs inmitten des Leipziger Strukturwandels auf und bringt die Fragen der Nachwendegeneration ein. Das Projekt lädt zu einer faszinierenden akustischen Spurensuche ein. Ein eindringliches Kulturerlebnis, das die Perspektiven weiblicher Aktivistinnen beleuchtet und Geschichte hörbar, fühlbar und nahbar macht.
Museumsfest
Museumsfest
Eintritt frei
Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig wird 27 Jahre alt! Aus diesem Anlass und in Erinnerung an den 37. Jahrestag der Friedlichen Revolution laden wir zum Museumsfest mit einem vielseitigen Programm für Alt und Jung ein.
15 I 16 I 17 Uhr, Ideengarten, 3. OG
Natur zum Aufklappen
3D-Postkarten aus Pflanzen und Papier selbst herstellen mit Stéphanie Weppelmann
15–18 Uhr, Lounge, 3. OG
LEGO®-Werkstatt
Plattenbau(neu)gestaltung mit LEGO®-Steinen
15-18 Uhr, Foyer, 3. OG
Griffelkunst – Schreibwerkstatt
Schreiben wie früher mit Bibliothekar Tobias Herger
15-18 Uhr, Foyer, 3. OG
Bücherbasar
15–19 Uhr, Foyer, 3. OG
Kaffeeklatsch
Entspannen, austauschen und genießen bei Kaffee, kalten Getränken und Kuchen.
15–16.30 Uhr, Wechselausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“, 3. OG
Alles im grünen Bereich?
Führung und Suchspiel in der Ausstellung für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren (und ihre Eltern oder Großeltern)
15.30–16.45 Uhr, Saal, 3. OG
Kamillenduft und Spucke im Haar – Kindheiten in einem Land das es nicht mehr gibt
Erzählprogramm mit Regina und Detlef Vitzthum
Musik: Torsten Pfeffer
Ab 12 Jahre
16.30–17.30 Uhr, Dauerausstellung, 2. OG
Der Weg zur Friedlichen Revolution
Sonderbegleitung in der Dauerausstellung „Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945“.
17.30–19 Uhr, Atelier 1+2, 3. OG
Beton Quiz
Mit den Künstlern Beate Düber und Jan Kummer (Chemnitz)
Interaktiver Abend rund um den Beton in all seinen Facetten in Musik, Architektur und Wissenschaft
Eintritt frei!
Ateliers, 3. OG
Betonquiz
Eintritt frei
Mit den Künstlern Beate Düber und Jan Kummer (Chemnitz)
Begleitprogramm zur Galerieausstellung „Platte. Leben in der Großwohnsiedlung“
Eintritt frei
Beate Düber und Jan Kummer laden zu einem interaktiven Abend rund um den Beton in all seinen Facetten in Musik, Architektur und Wissenschaft ein. Die beiden bildenden Künstler aus Chemnitz richten einen Spot auf das graue Material, ohne das heute niemand wohnen, arbeiten und mobil sein könnte, und das doch allenthalben übersehen und unterschätzt wird.
Zwischen Erde und Mars, von Architektur bis Kunst – die Quizfragen von Beate Düber und Jan Kummer leuchten viele Facetten aus. Dabei kommt Witziges, Abseitiges und Seltsames zur Sprache. Wer dabei ist, kann in Zukunft nicht nur jede Betonfrage beantworten, sondern hatte auch garantiert einen unterhaltsamen Abend.
Beate Düber, geboren 1967 in Weimar, ist Künstlerin, Theaterpädagogin und Schauspielerin in Chemnitz. 2019 gehörte sie zu den Gründerinnen des Instituts für Ostmoderne, das eine digitale Ausstellungsplattform betreibt. Beate Düber arbeitet außerdem als Kunstvermittlerin.
Jan Kummer, geboren 1965 in Weimar, ist bildender Künstler und Musiker in Chemnitz. Von 1984 bis 1992 war er Mitglied des Avantgarde-Künstlerkollektivs „AG Geige“. Kummer ist Mitbegründer des Club Atomino in Chemnitz. Er war Mitglied des Programmrates, der das erfolgreiche Konzept der Bewerbung der Stadt Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 entwickelt hatte.
Gespräch Saal
„Verwende deine Jugend!“ 50 Jahre Punk BRDDR – Ein Abend mit Jan Müller und Henryk Gericke
Eintritt frei
Gespräch
Mit Jan Müller (Mitbegründer und Bassist der Band Tocotronic, Berlin) und Henryk Gericke (Autor, Herausgeber und Galerist, Berlin)
Moderation: Ulrich Gutmair (Autor und Kulturredakteur, Berlin)
In Kooperation mit dem Leipziger Literarischen Herbst
Eintritt frei
Die Veranstaltung „Verwende deine Jugend!“ widmet sich dem Rückblick auf fünf Jahrzehnte Punk- und Gegenkultur in Ost- und Westdeutschland. Im Fokus steht dabei die Beobachtung, dass die alternativen Szenen in der DDR und der Bundesrepublik trotz umfassender historischer Aufarbeitung in der öffentlichen Erinnerung bis heute weitgehend getrennt wahrgenommen werden. Während die westdeutsche Szene insbesondere durch Jürgen Teipels Buch „Verschwende deine Jugend“ (2001) früh eine breite Rezeption erfuhr, folgten Dokumentationen und Musikeditionen über den Osten erst später. Dieser Abend widmet sich dem gemeinsamen Rückblick, der Diskussion und der Musik. Mit Henryk Gericke und Jan Müller kommen zwei markante Protagonisten der Szene ins Gespräch, die zu den wachsten Beobachtern jener Prozesse gehören, in denen Popkultur unsere Gesellschaft prägt. Das Gespräch führt der Kulturjournalist Ulrich Gutmair.
Henryk Gericke, geboren 1964 in Ostberlin, lebt ebenda und ist Autor, Herausgeber und Galerist. 1981–82 war er Sänger der Ostberliner Punkband „The Leistungsleichen“, 1985–1989 Herausgeber unabhängiger Editionen und Samisdat-Hefte (Caligo, Autodafé, Art. 27, Braegen) sowie Autor in anderen unabhängigen Editionen. 2010 gründete er die Staatsgalerie Prenzlauer Berg. Seit 2019 ist er Herausgeber der Schallplatten-Edition „tapetopia – GDR Undergroundtapes 1980–1990“. Zuletzt erschien von Gericke „Tanz den Kommunismus – Punkrock DDR 1980–1989“ (2024).
Jan Müller, geboren 1971 in Hamburg, ist seit der Gründung 1993 Bassist der Band „Tocotronic“. Müller lebt seit 2010 in Berlin und betreibt seit 2019 den populären Interview-Podcast „Reflektor“. 2022 veröffentlichte er zusammen mit Rasmus Engler den Roman „Vorglühen“. Musikalisch sozialisiert wurde Müller von Punk im Hamburg der späten 1980er Jahre, wo er in Bands wie „Meine Eltern“ und „Punkarsch“ spielte.
Ulrich Gutmair wurde 1968 in Dillingen an der Donau geboren. Er schreibt seit gut dreißig Jahren für Tageszeitungen und Magazine über Pop und Geschichte. Seit 2007 ist er Kulturredakteur der taz. Zuletzt erschien „Wir sind die Türken von morgen. Neue Welle, neues Deutschland“ (2023).
Vortrag Saal
„Wir für uns“: Jüdische Erfahrungen in den letzten Jahren der DDR
Eintritt frei
Vortrag und Gespräch
Mit Prof. Dr. Miriam Rürup (Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums an der Universität Potsdam/MMZ), Dr. Lutz Fiedler (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am MMZ, Potsdam) und Dr. Annette Leo (Historikerin, Berlin)
In Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam
Eintritt frei
„Wir für uns“ – unter diesem Namen schlossen sich 1986 in der DDR Kinder jüdischer Remigrantinnen und -migranten zusammen. Ihre Eltern waren nach dem Ende des Nationalsozialismus aus dem Exil in den entstehenden sozialistischen Staat gekommen, in dem die nachfolgende Generation auch aufwuchs. In den 1980er Jahren gewann die eigene jüdische Herkunft für die Gruppenmitglieder zunehmend an Bedeutung. Dies geschah in einer Zeit, in der das sozialistische Versprechen auf eine wirtschaftlich und sozial gerechte Zukunft in Staat und Gesellschaft spürbar unterging.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig stehen jüdische Wahrnehmungen und Deutungen aus den letzten Jahren der DDR sowie die damaligen Sorgen angesichts der deutschen Wiedervereinigung, da die Transformationszeit von einer Welle des Nationalismus und der Gewalt begleitet war.
In einem einführenden Vortrag rekonstruiert Dr. Lutz Fiedler die Geschichte von „Wir für uns“ und gibt Einblicke in ein sich wandelndes jüdisches Selbstverständnis sowie in vergessene Kapitel der Nachwendezeit. Anschließend diskutiert die MMZ-Direktorin Prof. Dr. Miriam Rürup mit der Historikerin Dr. Annette Leo, die selbst an der Gründungsveranstaltung von „Wir für uns“ teilgenommen hat und Zeitzeugin der Wendeereignisse ist.
Während der Veranstaltung präsentieren Daniel Burckhardt und Nina Zellenhoff zudem das Online-Portal „Jüdische Geschichte[n] in der DDR“, das derzeit auf Basis von lebensgeschichtlichen Interviews aufgebaut wird.
Werkstattgespräch zur Zeit/Geschichte Forum live
Kampfgeist, Kreativität und Kontaktanzeigen. Lesbisches Leben in der DDR
Eintritt freiWerkstattgespräche zur Zeit/Geschichte:
Kampfgeist, Kreativität und Kontaktanzeigen. Lesbisches Leben in der DDR
Vortrag und Gespräch mit Lisa Leticia Weitzmann (Studentin am Historischen Seminar der Universität Leipzig)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig
Eintritt frei
Was bedeutete es, in der DDR als lesbische Frau zu leben? Homosexualität zwischen Frauen war nicht gesetzlich verboten – im Gegensatz zu männlicher Homosexualität, die bis 1968 strafbar war. Das hieß jedoch nicht, dass sie staatlich oder gesellschaftlich toleriert wurde. Homosexuelle Frauen mussten kreative Wege finden, sich untereinander kennenzulernen und zu vernetzen. Oft genug wurde lesbisches Leben sogar als ‚asoziales Verhalten‘ verfolgt.
Doch lesbische Frauen nahmen diese diskriminierenden Verhältnisse keineswegs passiv hin. Stattdessen bildeten sie widerständige Strategien heraus, um sich im Rahmen der sozialen und rechtlichen Umstände Raum für selbstbestimmtes Handeln zu verschaffen. Ihre Methoden reichten von kreativ genutzten Kontaktanzeigen über informelle Netzwerke und Treffen in Privatwohnungen bis hin zur organisierten Lesbenbewegung, die sich unter dem Schutz der evangelischen Kirche zusammenschloss.
Lisa Leticia Weitzmann ist in ihrer Staatsexamensarbeit der Geschichte lesbischer Lebensrealitäten und Handlungsspielräume in der DDR nachgegangen und stellt im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig ihre Ergebnisse zur Diskussion. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“. Regelmäßig stellen Studierende und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig ihre Forschungsprojekte außerhalb des akademischen Raums zur Diskussion. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.
Lisa Leticia Weitzmann, geboren 2001 in Böhlen bei Leipzig, studierte 2020–2026 Lehramt für die Fächer Deutsch und Geschichte an der Universität Leipzig. Seit August 2026 ist sie Referendarin am Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium in Großröhrsdorf.
Wissenschaftskino Saal
Alles steht Kopf 2
Eintritt frei
Alles steht Kopf 2
Filmvorführung und Gespräch
Animationsfilm (USA 2024, 96 Min, Regie: Kelsey Mann)
Für Kinder ab 6 Jahren
Mit Dr. Marlon Göring (Wiss. Mitarbeiter, Universität Leipzig) und Dr. Antje Nolting (Referentin, Wissenschaftsreferat der Stadt Leipzig)
In Kooperation mit dem Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung (HumanKind) an der Universität Leipzig und dem Wissenschaftsreferat der Stadt Leipzig
Eintritt frei
Wie entstehen Emotionen – und wie beeinflussen sie unsere Entwicklung? In der Fortsetzung des preisgekrönten Films erleben die Zuschauer, wie Riley auf dem Weg ins Jugendalter mit neuen Gefühlen wie Zweifel, Neid und Peinlichkeit ringt. Ein perfekter Anlass, um darüber zu sprechen, wie Kinder lernen, mit komplexen Empfindungen umzugehen – und wie Forschung dazu beitragen kann, diese Entwicklung zu verstehen und zu fördern.
Im Mittelpunkt des Wissenschaftskinos für Kinder steht die Frage, wie emotionale Entwicklung, Mitgefühl und mentale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter ineinandergreifen. Im Anschluss an den Film kommen Dr. Antje Nolting vom Wissenschaftsreferat der Stadt Leipzig und eine Forscherin vom Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung (HumanKind) an der Universität Leipzig mit dem Publikum ins Gespräch. Gemeinsam beleuchten sie, wie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Emotionsregulation, sozialem Lernen und psychischem Wohlbefinden in Alltag, Bildung und Therapie beitragen können.
November 2026
Film Saal
Film des Monats: Etwas ganz Besonderes
Eintritt frei
Spielfilm, D 2026, 116 Min, Regie: Eva Trobisch
Filmvorführung
In der Reihe „Ostwärts. Zwischen den Generationen“
Eintritt frei
Lea hat sich bei einer Gesangs-Castingshow beworben. Der Redakteur fragt: „Wer bist du und was macht dich aus?“ Lea weiß es nicht und beginnt, nach einem passenden Ich in ihrem thüringischen Heimatort zu suchen. Dort wird gerade das Museum kostspielig aus EU-Töpfen saniert, und die Pension im Besitz ihrer Familie kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Leas Eltern sind frisch getrennt, da ihre Mutter von einem anderen Mann schwanger ist. Und ihre Großeltern haben zu tun, das Waldhotel in der besucherarmen Region über Wasser zu halten. Wer also ist die Kandidatin Lea? Welche Homestory lässt sich aus dieser Familiengeschichte machen?
Eva Trobisch, 1983 in Ost-Berlin geboren, assistierte erst am Theater, dann beim Film und studierte schließlich Filmregie in München, Creative Writing an der NYU Tisch School of the Arts und absolvierte einen Master in Screenwriting an der London Film School. Ihr erster Langfilm, Alles ist gut, feierte Premiere in Locarno und wurde als bester Debütfilm ausgezeichnet. Es folgten viele weitere Preise.
Ausstellungsbegleitung Dauerausstellung, 2. OG
ElternZEITGeschichte: Aufbrüche und Abbrüche im wiedervereinten Deutschland
Eintritt frei
ElternZEITGeschichte
Aufbrüche und Abbrüche im wiedervereinten Deutschland
Begleitung für Eltern mit Baby
Eintritt frei
Neue Freiheiten, aber auch harsche Einschnitte: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wandelte sich das Leben vieler Menschen in Ostdeutschland grundlegend. Während sie nun Zugang zu westlichen Produkten hatten und ohne Beschränkungen um die Welt reisen konnten, brachen gleichzeitig massenhaft Arbeitsplätze und sicher geglaubte Strukturen weg. Wie der Zusammenbruch der DDR und die Wiedervereinigung Tausende Biografien nachhaltig beeinflussten, wie mühsam sich das Zusammenwachsen gestaltete, und wo die deutsche Teilung bis heute nachwirkt, beleuchtet diese Spezialbegleitung in der Dauerausstellung.
Der Rundgang ist auf die Bedürfnisse von Eltern mit Babys abgestimmt. Er dauert kompakte 45 Minuten; im Anschluss ist Zeit zum Austausch und für Rückfragen an den Museumsguide. Ein Raum zum Stillen, Wickeln und Beruhigen ist vorhanden. Da in der Ausstellung nur begrenzter Platz für Kinderwagen ist, empfehlen wir für die Babys ein Tragesystem.
Die Begleitung ist Teil des neuen Elternzeit-Angebots des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, das Eltern mit Babys an mehreren Terminen im Jahr einlädt, Kapitel der Dauerausstellung sowie die aktuelle Wechselausstellung näher zu erkunden.
Ausstellungsbegleitung
Öffentliche Führung in Deutscher Gebärdensprache
Eintritt frei
Denken wir an Gärten, so denken wir an Freizeit und Erholung in der Natur, an Freiheit und Selbstverwirklichung. Doch dienen die Grünflächen auch anderen Zwecken: Menschen, die gärtnern, zeigen ihr Können, ihren Geschmack, ihren ökonomischen und sozialen Status. So wird der Garten zum Ausdruck von Identitäten. Die Ausstellung fragt nach den sozialen Funktionen von Kleingärten, Hausgärten und Gemeinschaftsgärten in Deutschland nach 1945. Anhand verschiedenster Objekte und anschaulicher Inszenierungen beleuchtet sie historische, politische sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Wir laden dazu ein, die Ausstellung im Rahmen einer einstündigen Führung kennenzulernen. Sie wird live in die Deutsche Gebärdensprache verdolmetscht und richtet sich somit an gehörlose und hörende Menschen gleichermaßen.
Vorschau
Film Saal
Film des Monats: Stollen
Eintritt frei
Spielfilm, D 2020, 85 Min, Regie: Laura Reichwald
Filmvorführung
In der Reihe „Ostwärts. Zwischen den Generationen“
Eintritt frei
In Pöhla, einem Dorf im Erzgebirge, werden auch Jahrzehnte nach der Schließung des letzten Bergwerkstollens die mit dem Bergbau verbundenen Traditionen weiter gepflegt, ebenso Bräuche rund um die Backkunst, den Glauben und das einheimische Liedgut. Der Dokumentarfilm stellt Menschen aus einer Region vor, die nach wie vor von wirtschaftlichen Problemen geprägt ist, und gibt ihnen Raum für ihre Reflexionen zur Traditionspflege.
Laura Reichwald, 1988 in Halle (Saale) geboren, studierte zunächst Medientechnik und anschließend Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Film und Digitales Kino in Hamburg. Ihren Master in Dokumentarfilmregie absolvierte sie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Ihr Abschlussfilm Stollen ist ein abendfüllender Dokumentarfilm, der sich mit (ost-)deutschen Lebenswelten der Gegenwart auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer filmischen Arbeit steht das Bestreben, das Charakteristische einer Region und ihrer Menschen in eine künstlerische Form zu übersetzen.