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Dezember 2022
Filmplakat Am Ende der Milchstraße
Filmplakat „Am Ende der Milchstraße"

Dokumentarfilm (D 2012, 93 Min, Regie: Leopold Grün und Dirk Uhlig)
Rahmenprogramm zur Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“

Fern jeder Sozialromantik porträtiert der Dokumentarfilm das Leben der Menschen in dem 50-Seelen-Dorf Wischershausen in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist vom politischen und gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte, vor allem aber von Armut geprägt. Die Menschen leben vorwiegend von dem, was die Natur hergibt: Tierhaltung dient der Selbstversorgung, hinter den Häusern wird Gemüse und Obst für den Eigenbedarf oder zum Tausch angebaut. Den Dorfkonsum gibt es schon lange nicht mehr. Nur wenige Dorfbewohnerinnen und -bewohner gehen bezahlter Arbeit nach. Sie führen ein Leben am Rande des Existenzminimums. Und doch bilden der Bauer Maxe, seine Freundin Cordula, der Zugezogene Harry, der Melker Oli, der bald heiraten wird, und die fünffache Mutter Gabi, deren Söhne arbeitssuchend heimgekehrt sind, eine Gemeinschaft, die von Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe geprägt ist.

Leopold Grün, geboren 1968 in Dresden, ist ein deutscher Dokumentarfilmer.
1989 legte er in der DDR sein Lehrerstaatsexamen ab, studierte danach in München Sozial- und Medienpädagogik sowie Sozial- und Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1993 dreht er Dokumentationen, schafft Videoinstallationen und verfasst Texte für Filme. 1999 wurde er Geschäftsführer des Berliner Instituts Jugend Film Fernsehen. Er war einer der Organisatoren des Kurzfilmfestivals Emergeandsee in Berlin. Seit 1996 arbeitet er bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e. V. Berlin als Medienpädagoge. 2007 präsentierte er seinen ersten Langfilm mit der Dokumentation „Der rote Elvis“. Von 2017 bis 2019 war Grün Geschäftsführer des Bran-chenverbandes AG Verleih. Seit 2020 ist er Geschäftsführer von Vision Kino.

Dirk Uhlig, 1967 geboren in Meerane, ist ein deutscher Dokumentarfilmer und Künstler. Nach dem Abbruch seines Medizinstudiums in Berlin ist er seit 1993 freier bildender Künstler mit Schwerpunkt Malerei. 2004 nahm er an einer Fortbildung zum Mediengestalter Bild und Ton teil. Seit 2005 dreht er zusammen mit Leopold Grün Dokumentarfilme wie „Der rote Elvis“ (2007) und „Am Ende der Milchstraße“ (2012).
 

Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Plakat der Tagung
Rostender Trabi

Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Freitag, 2. Dezember 2022
9.00 bis 16.30 Uhr

Öffentliche Tagung mit Begleitprogramm

Link zum Veranstaltungsflyer


Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig


Transformationserfahrungen seit dem Mauerfall waren und sind ebenso ambivalent wie multidimensional: Arbeitswelten, Selbstbilder, Lebenswege, soziales Miteinander, dörfliche Infrastrukturen, Traditionen und Mobilitätsverhalten wandelten sich – und tun es bis heute, wenn wir die Transformationszeit in der langen Dauer in den Blick nehmen. Und auch das Erinnern an die Zeit der DDR wandelte sich und erfährt beständig Neuinterpretationen. Bislang aber fanden diese Erfahrungen wenig Beachtung in der wissenschaftlichen Forschung. Dabei sind jene Berichte gerade aus ländlichen Räumen ein besonderer Quellenschatz, den es zu (er)heben gilt.

Die Tagung nähert sich dem Thema „Erinnern und Vergessen der DDR in der ostdeutschen Provinz“ aus interdisziplinärer Perspektive und bietet Möglichkeiten zur Vernetzung und Raum für Anregungen.


PROGRAMM

9.00 Uhr

Herzlich willkommen!
Anmeldung und Get-together

 

9.30 Uhr

Einführung durch Dr. Uta Bretschneider (Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)


    
9.40 Uhr

Vortrag: Kulturell-historisches Engagement auf dem Land. Schlaglichter und neue Studien
Dr. Roland Löffler
(Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

 

10.00 Uhr

Gespräch: Erinnern an die DDR
    
Dr. Jens Schöne (Stellvertretender Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Prof. Dr. Ira Spieker (Leiterin des Bereichs Volkskunde/Kulturanthropologie am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden)

Dr. Roland Löffler (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

Dr. Uta Bretschneider (Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)

Moderation: Henry Bernhard (Deutschlandfunk, Erfurt)

 

12.00-13.00 Uhr    Mittagspause

 

12.30 Uhr

Angebot: „Niemandsland und Musterdorf. Fotoreportagen von Bettina Flitner 1990 und 2014“
Ausstellungsrundgang mit der Kuratorin Dr. Henrike Girmond, Galerie, 3. OG

 

13.00 Uhr

Vortrag: ‚Vergessmale‘ in der Provinz? Ungesehene DDR-Geschichte(n) in ländlichen Räumen
Dr. Uta Bretschneider
(Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig)

 

13.30 Uhr        Gespräch: Vergessen der DDR
    
Dr. Nancy Aris (Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Dr. Michael Heinz (Sachgebietsleiter beim Bundesarchiv, Rostock)

Prof. Dr. Raj Kollmorgen (Professor für Management sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz)

Lukas Rietzschel (Schriftsteller und freier Autor, Görlitz)

Moderation: Greta Taubert (Journalistin und Autorin, Leipzig)

 

15.30 Uhr

TheaterTurbine Leipzig: Improtheater Finale

15.50 Uhr

Schlusswort: Dr. Uta Bretschneider

16.00 Uhr

Vernetzungen: Ausklang im Foyer
Möglichkeit zur Besichtigung der Dauerausstellung


Anmeldung und Information

Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung zur Tagung wird gebeten. Richten Sie diese bitte per E-Mail oder telefonisch an den Besucherdienst:
E-Mail: anmeldung-zfl(at)hdg.de

Telefon: 0341-2220-400

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

Donnerstag, 1. Dezember 2022, 19.00 Uhr, Saal

Am Ende der Milchstraße
Dokumentarfilm (D 2012, 93 Min, Regie: Leopold Grün und Dirk Uhlig)
Filmvorführung

 

Freitag, 2. Dezember 2022, 19.00 Uhr, Saal

Provinzbesuch: Lukas Rietzschel im Gespräch mit Greta Taubert
Lesung und Gespräch
Mit dem Schriftsteller Lukas Rietzschel (Görlitz)
Moderation: Greta Taubert (Journalistin, Leipzig)

Der Eintritt ist frei. Besuch der Veranstaltungen ohne Anmeldung.


Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Plakat der Tagung
Buchcover Raumfahrer
Buchcover „Raumfahrer“, Bild: dtv
Autor Lukas Rietzschel
Autor Lukas Rietzschel, Foto: Christine Fenzl
Moderatorin Greta Taubert
Moderatorin Greta Taubert, Foto: Stephan Pramme

Lesung und Gespräch
Mit dem Schriftsteller Lukas Rietzschel (Görlitz)
Moderation: Greta Taubert (Journalistin und Autorin, Leipzig)
Begleitproramm zur öffentlichen Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2.12.2022
Eintritt frei

Lukas Rietzschel liest im Begleitprogramm der Tagung Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2. Dezember 2022 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig aus seinem vielbeachteten Roman „Raumfahrer“. Greta Taubert, die ebenfalls über Provinzerfahrungen verfügt, moderiert den Abend. Es geht um das Verschwinden der DDR, die Erinnerungen an die Zeit vor 1989, um ländliche Räume und um Heimat. 

Häuser kann man abtragen und neu bauen, Erinnerungen nicht: Jan wohnt in der Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand. Das Krankenhaus schließt, wo Schule und Sportplatz waren, ist jetzt ein Supermarkt. Zu den Ruinen der DDR gesellt sich der Leerstand der Gegenwart. Eines Tages wird Jan mit der Frage nach seiner Mutter konfrontiert: Welche Beziehungen hatte Jans Mutter zu DDR-Zeiten? Und was hat das mit einem verschwundenen Gemälde von Georg Baselitz zu tun? Die Familien von Jan und Baselitz haben scheinbar nichts miteinander gemein und sind doch verknüpft. Überall Menschen, die nirgends so recht dazugehören, die das Alte verloren haben und zum Neuen keinen Zugang finden, die in einem luftleeren Raum zwischen Gegenwart und Vergangenheit schweben, Raumfahrer sind. Und scheinbar gehört Jan dazu.
(Klappentext „Raumfahrer“, Lukas Rietzschel)

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen, lebt in Görlitz. Sein Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ erschien 2018 und war ein Bestseller, der auch seinen Weg ins Theater fand und nun verfilmt wird. Der Roman war für den aspekte-Literaturpreis nominiert und erhielt den Gellert-Preis. „Raumfahrer“ wird am Staatstheater Cottbus inszeniert. Lukas Rietzschel erhält den Sächsischen Literaturpreis 2022.

Greta Taubert, Journalistin und Autorin studierte Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig und der Universität Breslau. Sie schreibt u. a. für Die Zeit, das Zeitmagazin und das SZ Magazin. Für ihre gonzo-journalistischen Sachbücher „Apokalypse Jetzt“ sowie „Im Club der Zeitmillionäre“ probierte sie Gesellschaftsutopien aus. Zuletzt erschien „Guten Morgen, du Schöner“, eine Sammlung von Protokollen ostdeutscher Männer der dritten Generation.

Anlässlich der öffentlichen Tagung „Spurensuche in der ostdeutschen Provinz: Erinnerungen an die DDR“ am 2. Dezember 2022 sind der Schriftsteller Lukas Rietzschel und die Journalistin und Autorin Greta Taubert zu Gast im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.
 

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Symbolbild Cybercrime
Symbolbild Cybercrime

Tandemrundgang #DeutschlandDigital
Mit Staatsanwalt Francke, Sächsischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime (Generalstaatsanwaltschaft Dresden) 

Was passiert im Darknet? Ist es gefährlich, Kreditkartendaten in einem öffentlichen WLAN einzutippen? Und wie kann die Justiz den Menschen hinter einem Pseudonym, wie „scissor12876“, ermitteln? Verbrechen im Internet sind für viele von uns schwer greifbar, weil sie unsichtbar passieren. Die Täterinnen und Täter agieren hoch professionell und greifen oft auf Strukturen zurück, die im Untergrund des World Wide Web agieren. Die Delikte, die online begangen werden, sind verschiedensten Felder der Kriminalität zuzuordnen – von der Beleidigung, über den Diebstahl von Unternehmensdaten bis hin zur Verbreitung von Kinderpornographie. Aber wie funktioniert die Ermittlung bei solchen digitalen Straftaten? Welche Gesetze regeln in einem weltweiten Netz, was gemacht werden darf und was nicht? Und was können wir selbst tun, um nicht Opfer digitaler Verbrechen zu werden?

Im Rahmen eines Rundgangs durch die Wechselausstellung #DeutschlandDigital erläutert Staatsanwalt Francke von der Sächsische Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime, wie gegen Netzkriminalität ermittelt wird. Eine Museumsmitarbeiterin stellt einzelne Objekte vor und fragt etwa, was die größten Gefahren für Unternehmen sind oder wie Hasskommentare verfolgt werden können. So erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in den Bereich Cyberkriminalität und lernen Gefahrenquellen selbst zu vermeiden. 


Der Rundgang ist Teil einer Reihe von Tandembegleitungen durch die Wechselausstellung #DeutschlandDigital mit je unterschiedlichem Schwerpunktthema. Eine Expertin oder ein Experte eines Fachgebiets, wie Psychologie oder Cyberkriminalität, und eine Museumsmitarbeiterin begleiten die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung und verdeutlichen das Thema anhand einzelner Objekte. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde und bietet im Anschluss die Gelegenheit, mit der Expertin oder dem Experten ins Gespräch zu kommen.


Die Zentralstelle Cybercrime Sachsen (ZCS) wurde 2016 bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden eingerichtet. Die Mitarbeitenden führen eigenständige Ermittlungsverfahren im Bereich der Computer- und Internetkriminalität, beraten und unterstützen andere sächsische Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und führen Fortbildung im Bereich Cybercrime durch. Das ZCS arbeitet mit speziellen Ermittlerinnen und Ermittlern des Sächsischen Cybercrime Competence Center (SN4C) beim Landeskriminalamt Sachsen zusammen. Seit 2020 ist die ZCS federführend für das Projekt „Gemeinsam gegen Hass im Netz“ zuständig. 

 

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Filmplakat Lieber Thomas
Filmplakat „Lieber Thomas" © Zeitsprung Pictures / Wild Bunch Germany

Drama (D 2021, 157 Min, Regie: Andreas Kleinert)
In der Reihe „Stasi. Macht. Familie – Vom Nachwirken der Staatssicherheit“

Die DDR ist noch jung, aber Thomas Brasch (Albrecht Schuch) passt schon nicht mehr rein. Es ist vor allem sein Vater Horst (Jörg Schüttauf), der den neuen deutschen Staat mit aufbauen will. Doch Thomas, der älteste Sohn, will lieber Schriftsteller werden. Er ist ein Träumer, ein Besessener und ein Rebell. Schon sein erstes Stück wird verboten und bald fliegt er auch von der Filmhochschule. Als 1968 die sowjetischen Panzer durch Prag rollen, protestiert Brasch mit seiner Freundin Sanda (Ioana Iacob) und anderen Studierenden mit einer Flugblattaktion. Sein eigener Vater verrät ihn an die Stasi und Thomas Brasch kommt ins Gefängnis. Auf Bewährung entlassen, arbeitet Brasch in einer Fabrik und schreibt über die Liebe, die Revolte und den Tod. Aber mit einem wie ihm kann man in der DDR nichts anfangen. Ohne Aussicht, gehört zu werden, verlässt Thomas mit der Frau, die er liebt (Jella Haase), die Heimat. Im Westen wird er anfangs bejubelt und dreht mehrere Kinofilme. Doch Brasch lässt sich nicht vereinnahmen. Auch nach dem Mauerfall, zurück in Ost-Berlin, ist er weit davon entfernt, Ruhe zu geben.

Andreas Kleinert, 1962 in Ost-Berlin geboren, ist ein deutscher Autor, Filmregisseur und Hochschullehrer. Kleinert arbeitete nach dem Abitur als Transportarbeiter, dann als Ausstattungsassistent in den Potsdamer DEFA-Studios. Dort war er 1983/84 auch als Regieassistent tätig. Von 1984 bis 1989 absolvierte er ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, der heutigen Filmuniversität Babelsberg. Seit 1989 arbeitet er hauptberuflich als Autor und Regisseur. Mehrfach erhielt er für seine Fernseharbeiten den Adolf-Grimme-Preis, für „Mein Vater“ zudem den International Emmy Award für den besten Fernsehfilm. Für seine Regiearbeit am Kinospielfilm „Lieber Thomas“ (2021) wurde Kleinert 2022 mit dem Deutschen Filmpreis ausge-zeichnet. Seit 2006 ist er Professor im Studiengang Film- und Fernsehregie an der Filmuniversität Babelsberg.

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Buchcover Gegen die Angst, seid nicht stille
Buchcover „Gegen die Angst, seid nicht stille" Bild: Mitteldeutscher Verlag
Autorin Doris Liebermann
Autorin Doris Liebermann, Bild: Mike Minehan

Lese- und Gesprächsabend
Mit Doris Liebermann (Autorin, Berlin) und Christian „Kuno“ Kunert (Musiker und Autor, Goslar)

Herbst 1976, Leipzig. Die Liedermacher Gerulf Pannach und Christian Kunert sowie der Schriftsteller Jürgen Fuchs nehmen ein geheimes Tonband mit ihren Liedern und Texten auf. Zwei Musiker der im Jahr zuvor verbotenen Band „Renft“ helfen dabei. Trotz Stasi-Überwachung gelingt es, das Band in den Westen zu bringen. 

Die Texte von Jürgen Fuchs, die Lieder von Gerulf Pannach und Christian Kunert sind der DDR-Gesellschaft gegenüber kritisch eingestellt. Alle drei gerieten deshalb zunehmend in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Jürgen Fuchs wurde von der Universität Jena relegiert, Gerulf Pannach durfte nicht mehr als freischaffender Songinterpret auftreten. Ein gemeinsames Liederprogramm von Gerulf Pannach und Christian Kunert fand keine Zustimmung der DDR-Behörden. 

Nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann im November 1976 wurden alle drei verhaftet und in das Stasi-Untersuchungshaftgefängnis Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Als Kulminationspunkt ihrer Arbeiten rückte das „Leipziger Tonband“ in den Mittelpunkt der Vernehmungen. 
Dank internationaler Solidarität wurden sie nach einem Dreivierteljahr ohne Prozess nach West-Berlin ausgebürgert. Die Ermittlungsverfahren gegen sie wurden mit der Begründung eingestellt, die „Straftat“, als die einzig ihr „Leipziger Tonband“ aufgeführt war, habe keine schädlichen Auswirkungen mehr, der Sozialismus habe sich entwickelt ... 

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Porträt der Direktorin Uta Bretschneider
Uta Bretschneider, Foto: Oliver Niemeier
Blick in den Eingangsbereich der Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum
Blick in die Dauerausstellung, Foto: Punctum

Tandemrundgang durch die Dauerausstellung
Mit der Direktorin Dr. Uta Bretschneider und der Bildungs- und Veranstaltungsreferentin Dr. Yvonne Fiedler (beide Zeitgeschichtliches Forum Leipzig)

„Junkerland in Bauernhand“ – unter diesem Motto wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Tausende Grundbesitzer und ihre Familien entschädigungslos enteignet. Das Land wurde parzelliert und an über 540.000 Landnehmende verteilt. Ein hölzerner Vermessungszirkel aus den späten 1940er Jahren dokumentiert in der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig dieses Kapitel sozialistischer Agrarpolitik. Er gehört zu den Stücken, die Museumsdirektorin Uta Bretschneider mit persönlichen Geschichten verbindet.

Auch die Inszenierung zur Arbeit von Frauen in der Textilindustrie der DDR fasziniert Uta Bretschneider. Sie wuchs zwischen den Relikten einer Untertrikotagenfabrik auf und erforschte später eine Spinnereisiedlung mit dem verheißungsvollen Namen Amerika. Diese und weitere „Lieblingsstücke“ stellt die Direktorin in einem Tandemrundgang mit der Bildungs- und Veranstaltungsreferentin Yvonne Fiedler durch die Dauerausstellung vor. Nicht immer sind das prominent inszenierte Objekte, sondern auch heimliche Stars der Ausstellung. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Gespräch – auch über die privaten Sammelleidenschaften Uta Bretschneiders.

Das Angebot ist Teil der Reihe „Blick hinter die Kulissen“, in dem das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig regelmäßig sein Arbeiten und seine Methoden transparent macht.

Uta Bretschneider ist seit 2020 Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig. 2003 bis 2008 studierte sie Volkskunde/Kulturgeschichte und Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2011 bis 2016 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden. Ihre Promotion verfasste sie zum Thema „‚Vom Ich zum Wir‘? Flüchtlinge und Vertriebene als Neubauern in der LPG“. 2016 bis 2020 leitete Uta Bretschneider das Hennebergische Museum Kloster Veßra. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Musealisierung, DDR-Alltagskultur, Biografieforschung und Geschichte des ländlichen Raums.
 

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Ausstellung #DeutschlandDigital, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt
Dr. Uta Bretschneider, Foto: Oliver Niemeier

Offenes Gesprächsangebot und Diskussion zwischen 14.00 und 17.00 Uhr 
Mit Dr. Uta Bretschneider (Direktorin) und Dr. Thomas Stein (wissenschaftlicher Projektmitarbeiter) vom Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig 

 

Wenn Objekte digital verfügbar und jegliche Informationen im World Wide Web abrufbar sind, warum sollen Menschen dann noch ins Museum kommen? Natürlich: Es gibt die Faszination des Originals, doch auch mit digitalen Mitteln können Museen, wie das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, beim analogen Besuch begeistern. Die Ausstellungen arbeiten schon längst mit Filmen, Projektionen oder interaktiven Anwendungen, um Besucherinnen und Besuchern Inhalte lebendig zu vermitteln. Das Web und die Sozialen Medien ergänzen den analogen Besuch mit Mehrinformationen und bieten neue Zielgruppen. Nicht zuletzt funktioniert auch die Arbeit hinter den Kulissen des Zeitge-schichtlichen Forums Leipzig immer digitaler. 

Die Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Dr. Uta Bretschneider, und der wissenschaftliche Projektmitarbeiter Dr. Thomas Stein sind vor Ort, um mit den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung über das digitale Museum zu diskutieren. Wie haben sich Filme und Bildschirme bisher bewährt? Was ist in Zukunft geplant und wo ist wirklich eine Entweder-oder-Entscheidung zwischen digital und anlog notwendig? Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, ihre Meinung zu dem Thema zu teilen und Vorschläge für ein – mehr oder weniger – digitales Museum zu diskutieren. 

Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden während der Laufzeit der Ausstellung an ausgewählten Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr statt.
 

Keine Anmeldung erforderlich

Informationen zur Veranstaltungsfotografie

 

Januar 2023
"Familien-Spezial: Alte Computerspiele testen" im Juli, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt
René Meyer, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt

Offenes Aktivangebot mit dem Haus der Computerspiele zwischen 14.00 und 17.00 Uhr 

Welches war Ihr erstes digitales Spiel? Haben Sie Bausteine bei Tetris gestapelt, mit Pong Tischtennis gezockt oder sind mit Super Mario durch die Welten bis zur Prinzessin gesprungen? Ganz gleich, ob diese Spiele Teil Ihrer Erinnerung sind oder nicht, alte Computerspiele machen auch heute noch Spaß. Sie gelten als erstes rein digitales Medium und haben in den letzten 50 Jahren seit Bestehen große Entwicklungen in Sachen Design, Handhabung und Technik durchlaufen. Ihre Themen und Bildsprachen spiegeln zugleich immer auch den Zeitgeist wider. Bis in die heutige Zeit dienen alte Computerspiele zudem als Inspiration für Kreative, die mit den Motiven Kunstwerke entwickeln oder die Spielmelodien in neuen Musikstücken verarbeiten. 


René Meyer, der Gründer des Hauses der Computerspiele, hat die weltgrößte Sammlung historischer Spielsysteme. Er bringt eine Reihe von Konsolen, Heimcomputern und Spielen aus 50 Jahren mit in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig – nicht zum Anschauen, sondern zum selbst spielen. In der Wechselausstellung #DeutschlandDigital können Besucherinnen und Besucher weitere digitale Spielarten erkunden und in andere Themen eintauchen. Daher ist das Angebot sowohl für Zockerinnen und Zocker als auch für die nicht-spielbegeisterten Familien-mitglieder geeignet. 


Die Veranstaltung ist das letzte Angebot der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. 


Das Haus der Computerspiele, gegründet von René Meyer, ist eine Sammlung zur Geschichte und Kultur der digitalen Unterhaltung. Die über 30.000 Exponate sind nicht in einer eigenen Dauerausstellung zu sehen, sondern werden ausgewählt auf Messen, Kongressen, Festivals, in Hochschulen und Museen präsentiert. 

Keine Anmeldung erforderlich. 

Informationen zur Veranstaltungsfotografie