1945-49 |
Entstehung zweier deutscher Staaten: Währungsreform |
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Dem wirtschaftlichen Wiederaufbau und der Durchführung des Marshallplans stehen vor allem die desolaten Währungsverhältnisse entgegen. Seit Kriegsende war eine Währungsreform aufgrund der Uneinigkeit des Alliierten Kontrollrates verschleppt worden. Nach dem Scheitern der Viermächte-Regierung bereiten die Westmächte, vor allem die Amerikaner, eine Währungsreform allein in ihren Besatzungszonen vor. Schon im Oktober 1947 wird in den USA neues Geld gedruckt. Am 18. Juni 1948 geben die Militärregierungen über alle Rundfunksender die Durchführung der Währungsreform am Sonntag, dem 20. Juni 1948 bekannt. Zunächst können nur 40,- D-Mark "Kopfgeld" gegen alte Reichsmark umgetauscht werden. Löhne, Gehälter und Mieten werden 1:1, Sparguthaben 10:1 umgewertet. Besitzer von Sachwerten gehören zu den Gewinnern der Reform. Sparguthaben und Bargeld verlieren dagegen stark an Wert. Mit der Währungsreform entfallen weitgehend auch Preisbindung und Bewirtschaftung. Dieser wichtige Schritt auf dem Weg zur Marktwirtschaft wird von Ludwig Erhard gegen den Willen der Westmächte durchgesetzt. "Der einzige Bezugsschein ist jetzt die Deutsche Mark" verkündet er. Tatsächlich sind schon
am nächsten Tag die Schaufenster mit zum Teil vorher gehorteten Waren
prall gefüllt. Der Schwarzmarkt verschwindet spurlos. Verbunden mit der Währungsreform sind jedoch
auch eine rapide Preiserhöhung und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |