Besucher in einem Ausstellungsraum mit weißen Wänden, im Vordergrund eine Frau mit Kleid, Sonnenbrille und Handtasche.

05.05.2017–03.09.2017

Schalom. 3 Fotografen sehen Deutschland

Holger Biermann | Rafael Herlich | Benyamin Reich

Ein jüdisches Lebensmittelgeschäft in Berlin, eine Rabbinerfamilie mit ihrem Neugeborenen, Polizisten, die eine Synagoge in Frankfurt bewachen − Szenen aus dem jüdischen Alltag in Deutschland. Das Museum in der Kulturbrauerei hat für seine neue Ausstellung „Schalom. 3 Fotografen sehen Deutschland. Holger Biermann | Rafael Herlich | Benyamin Reich“ 50 Fotografien zusammengetragen, die schlaglichtartig einen Blick auf die aktuelle Lebenswirklichkeit von Juden in Deutschland werfen.

Die Fotografien von Holger Biermann, Rafael Herlich und Benyamin Reich umspannen die Jahre 2000 bis 2015 und dokumentieren jüdisches Leben und Kultur aus unterschiedlichen Perspektiven: Sie zeigen Kinder in einer Talmudschule oder gläubige Juden am Neujahrsfest Rosch Haschana, aber auch antisemitische Schmierereien an einer Synagoge. Die Ausstellung will anregen zur Auseinandersetzung mit der Frage: Wie selbstverständlich ist jüdisches Leben in Deutschland 70 Jahre nach dem Holocaust?

Die Kombination der Arbeiten von drei Fotografen unterschiedlichen Alters und Herkunft bietet die Chance, dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten:

Holger Biermann, 1973 in Bremen geboren, arbeitete nach seiner Ausbildung an der Axel-Springer-Akademie in Berlin einige Jahre in New York. Seit 2003 ist er als freier Fotograf in Berlin tätig.
Rafael Herlich ist 1954 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1975 in Frankfurt und ist mit Ausstellungen u.a. im Jüdischen Museum Frankfurt/ Main bekannt geworden. Er arbeitet als freier Fotograf.
Benyamin Reich, Jahrgang 1976, stammt aus einer orthodoxen jüdischen Familie in der Nähe von Tel Aviv. Nach Studienaufenthalten in Paris und Jerusalem lebt er heute in Berlin.

 

 

Einblicke
Zur Feier des jüdischen Neujahrsfests Rosch Haschana in einem Frankfurter Kindergarten bläst der Rabbiner den Schofar (Widderhorn)
Am Potsdamer Platz ritzen Kinder ein Hakenkreuz in den Beton
Ein Mädchen und ein Junge auf dem Kurfürstendamm in Berlin
Abschlussfeier in einer Talmudschule in Berlin
Veranstaltungen
Juni 2017
Hochzeitstanz, Benyamin Reich
„Hochzeitstanz“, Benyamin Reich

Die aktuelle Fotoausstellung „Schalom. 3 Fotografen sehen Deutschland“ regt zum Dialog an: Wie selbstverständlich ist jüdisches Leben in Deutschland?

Über diese Frage diskutieren der Autor und Ostrock-Star André Herzberg, der ehemalige Hornist des Western-Eastern Divan Orchestra und Bürgerrechtsaktivist Ofer Waldman sowie der Musikpädagoge und Leiter des Jüdischen Gymnasiums Berlin, Dr. Aaron Eckstaedt. Die Bloggerin und Museumsfrau Juna Grossmann moderiert den Abend.

Mit: André Herzberg, Aaron Eckstaedt und Ofer Waldman

Moderation: Juna Grossmann

Besucherinnen und Besucher beim Kiezspaziergang

Jüdisches Leben im Prenzlauer Berg? Wer mehr darüber erfahren will, ist zu unseren Kiezspaziergängen eingeladen. Ausgangspunkt ist das Museum in der Kulturbrauerei, in dem derzeit die Fotoausstellung „Schalom. Drei Fotografen sehen Deutschland“ gezeigt wird. Von dort begeben wir uns auf Spurensuche rund um die Kulturbrauerei: An welchen Orten ist jüdisches Leben bis heute sichtbar? Welche Biografien und Schicksale sind mit den Orten verbunden? Wie sah jüdisches Leben in der DDR aus?

Dauer: ca. 90 Minuten

www.bubales.de / Christoph Petras

Wir suchen neugierige Museumsforscher und wissbegierige Ausstellungsexpertinnen! Fünf Stationen unserer Rallye laden euch ein, knifflige Detektivaufgaben zu lösen, selbst kreativ zu werden und beim „Trabirennen“ eure Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Am Ende winken tolle Preise, die wir unter allen teilnehmenden Kindern verlosen! Außerdem bekommen wir Besuch vom jüdischen Puppentheater „bubales“. Die freche Stoffpuppe Shlomo verrät euch, wie seine selbstgebaute „Koscher-Maschine“ funktioniert... lasst euch überraschen!

Programm:

durchgängig von 12 bis 18 Uhr: Museumsrallye
14:30 Uhr: Puppentheater „bubales“ mit dem Stück „Die Koscher-Maschine“
16:30 Uhr: Puppentheater „bubales“ mit dem Stück „Die Koscher-Maschine“

Dr. Andras Varga führt uns durch die Synagoge in der Rykestraße. Sie wurde 1904 eingeweiht und ist die am besten erhaltene Synagoge Berlins. Sie gilt – neben der großen Synagoge in Budapest – als größte in Europa. Nach ihrer Sanierung im Jahr 2017 verfügt die Synagoge heute über 1200 Sitzplätze. Die Geschichte der Synagoge und ihrer Gemeinde war wechselvoll und wie kaum ein anderer Ort gibt die Synagoge Einblicke in jüdisches Leben: gestern und heute.

Dauer: 90 Minuten

Vorschau

Buchcover Das Meer und ich waren im besten Alter
Buchcover „Das Meer und ich waren im besten Alter“, Kiepenheuer & Witsch

Adriana Altaras liest aus ihrem neuen Buch „Das Meer und ich waren im besten Alter“! Eine Ehekrise, die am gemeinsamen Bücherregal ausgetragen wird. Ein KZ-Gedenkstättenbesuch mit dem jüngsten Sohn. Eine Liebeserklärung an die jüdische Literatur und eine Kriegserklärung an die Angst.

In ihren urkomischen und berührenden, ihren stets überraschenden und scharfsinnigen Geschichten vermisst Adriana Altaras unsere Gegenwart. Sie erzählt von Mut und Zivilcourage, vom Älterwerden und dem Umgang mit Erinnerung. Von Nachhilfestunden in türkischer Geschichte beim Fischhändler ihres Vertrauens und davon, warum sie nie bereuen wird, Kinder zu haben. Im familiären Alltag, in kurzen zwischenmenschlichen Begegnungen, im Film, der Literatur und dem Theater spürt sie in ihrem unvergleichlich charmanten und mitreißenden Ton den existenziellen Fragen nach, die uns alle angehen.

Besucherinnen und Besucher beim Kiezspaziergang

Jüdisches Leben im Prenzlauer Berg ? Wer mehr darüber erfahren will, ist zu unseren Kiezspaziergängen eingeladen. Ausgangspunkt ist das Museum in der Kulturbrauerei, in dem derzeit die Fotoausstellung „Schalom. Drei Fotografen sehen Deutschland“ gezeigt wird. Von dort begeben wir uns auf Spurensuche rund um die Kulturbrauerei: An welchen Orten ist jüdisches Leben bis heute sichtbar? Welche Biografien und Schicksale sind mit den Orten verbunden? Wie sah jüdisches Leben in der DDR aus?

Dauer: ca. 90 Minuten