Die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" bestimmt seit 1971 den Kurs des SED-Regimes unter Erich Honecker. Die wirtschaftliche Lage der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) verschlechtert sich zunehmend durch steigende Schulden und sinkende Produktivität. Die Unzufriedenheit der Menschen wächst aufgrund von Mangel und fehlender Freiheiten. Die DDR befindet sich im Niedergang.

Wirtschaftliche Krise

Höhere Löhne und Renten, staatlich subventionierte Mieten und Lebensmittelpreise sowie ein Wohnungsbauprogramm gehören zu den sozialen Leistungen, die das SED-Regime unter Erich Honecker ausbaut, um die Zufriedenheit der Ostdeutschen zu steigern. Folgen der Sozial- und Wirtschaftspolitik sind drastisch steigende Auslandsschulden, unproduktive Betriebe, eine verfallende Infrastruktur und Umweltzerstörungen. Statt eines „Konsumsozialismus“ bestimmt Mangelwirtschaft den Alltag der Menschen. Das SED-Regime bemüht sich, Devisen zu beschaffen, um die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Die Überwachung der Gesellschaft durch die Staatssicherheit bleibt hoch.

Wachsende Unzufriedenheit

Die Ausbürgerung des kritischen Sängers Wolf Biermann 1976 enttäuscht und empört viele Ostdeutsche. Auch in der DDR fordern nach Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte 1975 immer mehr Menschen demokratische Grundrechte. Enttäuschte wollen den Staat verlassen, so dass die Anzahl der Ausreiseanträge bis Mitte der 1980er Jahre deutlich steigt. Vielfach unter dem Dach der Kirchen bilden sich Bürgerrechtsgruppen. Sie kritisieren Umweltzerstörung sowie Militarisierung und fordern demokratische Freiheiten.

(mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 04.04.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Würz, Markus: Niedergang der DDR, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-krisenmanagement/niedergang-der-ddr.html
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