Jahreschronik 2004

JANUAR
  • 01.01.

    Die Ratspräsidentschaft der EU geht turnusmäßig von Italien an Irland. Neuer Ratspräsident ist der irische Ministerpräsident Bertie Ahern.

    Im Zuge der Gesundheitsreform wird bei Arztbesuchen eine Gebühr von 10 Euro pro Quartal eingeführt.

  • 02.01.

    Nach fünfjähriger Reise erreicht die NASA-Sonde "Stardust" den Kometen Wild-2 und sammelt erstmals Proben von "Sternenstaub".

  • 04.01.

    In Afghanistan verabschiedet die Große Ratsversammlung (Loya Jirga) eine Verfassung. Demnach ist das Land eine "Islamische Republik" mit Präsidialsystem.

    Der amerikanische Roboter "Spirit" landet auf dem Mars und sendet Fotos von der Oberfläche des "roten Planeten" zur Erde.

  • 05.01.

    Der Niederländer Jaap de Hoop Scheffer tritt in Brüssel sein Amt als neuer NATO-Generalsekretär an. Der frühere niederländische Außenminister ist der 11. Generalsekretär der Allianz.

  • 10.01.

    Das US-amerikanische Verteidigungsministerium erklärt den früheren irakischen Staatschef Saddam Hussein zum Kriegsgefangenen.

  • 16.01.

    In Bombay/Indien wird das Weltsozialforum eröffnet, zu dem mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Gesandte - überwiegend von Nichtregierungsorganisationen - diskutieren Fragen der Weltwirtschaft und der internationalen Politik.

  • 24.01.

    Nach einem Misstrauensvotum des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit gegen den Vorstandsvorsitzenden Florian Gerster (SPD) kündigt Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement dessen Entlassung an.

    Eine Frau aus Baden-Württemberg erzielt mit 20,2 Millionen Euro den bisher höchsten Einzelgewinn der deutschen Lottogeschichte.

  • 26.01.

    Die Ende des vorangegangenen Jahres erstmals in Südkorea aufgetauchte asiatische Vogelgrippe breitet sich weiter über Asien aus. Sie fordert bis zu diesem Zeitpunkt sieben Todesopfer.

  • 29.01.

    Auf dem Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln findet zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah der größte Gefangenenaustausch seit zwei Jahrzehnten statt. Für 29 arabische Häftlinge werden ein israelischer Geschäftsmann und drei Leichen israelischer Soldaten übergeben.

    Der Bundestag lehnt eine Opferrente für Verfolgte des SED-Regimes ab.

    In Vernate am Luganersee stirbt der österreichische Schauspieler O.W. Fischer (1915-2004).

FEBRUAR
  • 01.02.

    Bei einer Massenpanik während einer Wallfahrt werden in der Nähe des saudi-arabischen Mekka mehr als 240 Pilger zu Tode getrampelt.

  • 02.02.

    Israels Ministerpräsident Ariel Sharon kündigt überraschend die Räumung aller israelischen Siedlungen im Gazastreifen an.

  • 03.02.

    Der Franzose Francis Joyon beendet seine Weltumseglung mit einem Trimaran in der Weltrekordzeit von 72 Tagen und 22 Stunden.

  • 06.02.

    Frank-Jürgen Weise wird als Nachfolger von Florian Gerster neuer Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit.

    Bei einem vermutlich von einer tschetschenischen Attentäterin begangenen Bombenattentat in der Moskauer U-Bahn sterben 41 Menschen, mindestens 130 werden verletzt.

  • 08.02.

    US-Präsident George W. Bush räumt ein, aufgrund von Geheimdienstberichten vor dem Irak-Krieg die Existenz von Massenvernichtungswaffen falsch eingeschätzt zu haben.

  • 10.02.

    Die französische Nationalversammlung stimmt mit großer Mehrheit dem sogenannten "Laizismusgesetz" zu, welches das Tragen auffälliger religiöser Symbole an öffentlichen Schulen während des Unterrichts verbietet. Das Gesetz führt auch in Deutschland zu Diskussionen über religiöse Symbole an Schulen.

  • 14.02.

    Der deutsche Film "Gegen die Wand" von Fatih Akin wird mit dem "Goldenen Bären" der 54. Berlinale ausgezeichnet.

  • 19.02.

    In Nikosia auf Zypern beginnen Gespräche zwischen Vertretern der griechischen und türkischen Volksgruppe über die Wiedervereinigung der Insel.

  • 20.02.

    In der Neuen Nationalgalerie in Berlin wird eine Ausstellung mit über 200 Werken u.a. von Picasso, van Gogh und Hopper eröffnet. Die Exponate sind eine Leihgabe des Museum of Modern Art (MoMA)/New York. Bis September besuchen mehr als 1,2 Millionen Menschen die Ausstellung.

  • 22.02.

    In einem ugandischen Flüchtlingslager richten Rebellen ein Blutbad an und töten 192 Menschen.

  • 24.02.

    Bei einem Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala sterben nahe der Küstenstadt Al-Hoceima in Marokko mehr als 550 Menschen.

  • 27.02.

    Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und US-Präsident Bush beschließen bei ihrer ersten Begegnung im Weißen Haus seit zwei Jahren ein "deutsch- amerikanisches Bündnis für das 21. Jahrhundert" und verpflichten sich zu einer "echten Partnerschaft".

  • 29.02.

    Bei der vorgezogenen Bürgerschaftswahl in Hamburg erzielt die Christlich Demokratische Union (CDU) ein Rekordergebnis von 47,2 Prozent, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) erreicht mit 30,6 Prozent das schlechteste Nachkriegsergebnis. Bündnis 90/Die Grünen legen auf 12,3 Prozent zu, Schill-Partei und Freie Demokratische Partei (FDP) scheitern an der Fünfprozentklausel.

    Auf starken politischen Druck von Seiten Frankreichs und den USA tritt der haitianische Präsident Aristide nach monatelangen Unruhen zurück und verlässt Haiti.

MÄRZ
  • 01.03.

    Als Maßnahme gegen amerikanische Steuererleichterungen für die Exportwirtschaft verhängt die Europäische Union erstmals millionenschwere Strafzölle gegen die USA.

    Der ehemalige russische Botschafter bei der EU, Michail Fradkow, wird von Präsident Wladimir W. Putin zum neuen Ministerpräsidenten ernannt.

  • 02.03.

    Während des schiitischen "Aschura-Festes" im Irak kommt es in Bagdad und der Schiiten-Hochburg Kerbela zu Bombenanschlägen, bei denen mehr als 270 Menschen sterben und nahezu 400 verletzt werden.

    Der europäischen Weltraumbehörde ESA gelingt es, die Raumsonde "Rosetta" auf den Weg zum 680 Millionenkilometer entfernten Kometen "Tschurjumow-Gerasimenko" zu bringen. Die Reise wird etwa zehn Jahre dauern.

  • 03.03.

    Der "Große Lauschangriff" wird deutlich entschärft. Das Bundesverfassungsgericht erklärt die akustische Wohnraumüberwachung für teilweise grundgesetzwidrig und verlangt eine Änderung der gesetzlichen Regeln bis Mitte 2005.

  • 04.03.

    Die Spitzen von CDU, Christlich Sozialer Union (CSU) und FDP einigen sich auf Horst Köhler, Direktor des Internationalen Währungsfonds, als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Als Kandidatin für die rot-grüne Koalition tritt die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan an.

  • 07.03.

    Bei der Parlamentswahl in Griechenland erzielen die Konservativen die absolute Mehrheit und erringen damit einen deutlichen Sieg über die bislang regierenden Sozialisten. Neuer Ministerpräsident ist Kostas Karamanlis.

  • 08.03.

    Der irakische Übergangsrat unterzeichnet eine provisorische Verfassung. Diese gilt bis zu der Ende 2005 geplanten Volksabstimmung über eine neue Verfassung.

  • 11.03.

    In der spanischen Hauptstadt Madrid kommen bei einer Serie von Bombenanschlägen auf das Eisenbahnnetz 191 Menschen zu Tode, etwa 1500 werden verletzt. Verantwortlich ist ein der al-Qaida nahe stehendes Terrorkommando.

  • 13.03.

    Der frühere Außenminister von Haiti, Gérard Latortue, wird als neuer Ministerpräsident von Haiti vereidigt.

  • 17.03.

    Im Kosovo kommt es in verschiedenen Orten zu blutigen Zusammenstößen zwischen Albanern und Serben.

    Ole von Beust (CDU) wird in seinem Amt als regierender Bürgermeister von Hamburg bestätigt.

  • 20.03.

    Auf Schloss Soestdijk stirbt die niederländische Königinmutter Juliana (1909-2004) im Alter von 94 Jahren.

  • 21.03.

    Auf einem Sonderparteitag der SPD wird Franz Müntefering mit 95,1 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen SPD-Parteivorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger, Bundeskanzler Gerhard Schröder, war zuvor von diesem Amt zurückgetreten.

  • 22.03.

    Mit einem gezielten Raketenangriff tötet die israelische Armee den Gründer und Führer der islamischen Hamas, Scheich Achmed Jassin.

  • 24.03.

    Für seinen Beitrag zum friedlichen Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Europa erhält Papst Johannes Paul II. den "Außerordentlichen Internationalen Karlspreis" der Stadt Aachen.

    Nach Hinweisen auf ein geplantes Attentat bricht Bundespräsident Johannes Rau seinen Afrika-Besuch vorzeitig ab.

  • 25.03.

    Im antiken Olympia wird in einer feierlichen Zeremonie das Feuer für die 28. Olympischen Spiele der Neuzeit, die vom 13. bis 29. August in Athen stattfinden werden, entzündet.

  • 28.03.

    Sir Peter Alexander Ustinov (1921-2004), britischer Schauspieler und Schriftsteller russisch-französischer Herkunft, stirbt in der Schweiz.

  • 29.03.

    Die Regierungschefs von Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowenien und der Slowakei hinterlegen in Washington die Beitrittsurkunden und besiegeln damit die Mitgliedschaft ihrer Länder in der NATO.

    Die Republik Irland erlässt als erstes EU-Land ein Gesetz zum völligen Rauchverbot am Arbeitsplatz.

APRIL
  • 01.04.

    Als erstes Landesparlament beschließt der baden-württembergische Landtag ein Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen an öffentlichen Schulen.

  • 03.04.

    Bei einer spanischen Polizeirazzia sprengen sich vier, der al-Qaida nahe stehende Terroristen in die Luft.

    In Berlin, Stuttgart und Köln protestieren rund 500.000 Menschen gegen die Sozialreformen der Bundesregierung.

  • 06.04.

    Das litauische Parlament enthebt Präsident Rolandas Paksas seines Amtes. Ihm wird Amtsmissbrauch und Verfassungsbruch vorgeworfen.

  • 07.04.

    Zwei GSG 9-Beamte werden im Irak von Aufständischen erschossen.

  • 08.04.

    In Algerien wird Abd Al-Asis Bouteflika mit 85 Prozent der Stimmen als Staatspräsident wieder gewählt.

    Die sudanesische Regierung und die Rebellen in Darfur einigen sich auf eine Waffenruhe. Hilfsorganisationen wird freier Zugang gewährt.

  • 10.04.

    Bei einem schweren Grubenunglück in Süd-Sibirien verlieren 40 Bergarbeiter ihr Leben.

  • 14.04.

    Im Irak wird eine italienische Geisel von einer islamistischen Terrorgruppe vor laufender Kamera erschossen.

    Bei der dritten freien Parlamentswahl in Südafrika erringt die Regierungspartei African National Congress (ANC) einen deutlichen Sieg.

  • 16.04.

    Bundesbankpräsident Ernst Welteke tritt zurück. Das gegen ihn eingeleitete Verfahren wegen Vorteilsnahme wird einige Tage später eingestellt. Sein Nachfolger wird der Wirtschaftsprofessor Axel Weber.

  • 17.04.

    Drei Wochen nach der Liquidierung des Hamas-Führers Scheich Achmed Jassin (1936-2004) tötet Israel auch seinen Nachfolger Abdel Asis Rantisi (1947-2004). Europäische Union (EU) und UNO verurteilen das Vorgehen Israels.

    Der slowakische Parlamentspräsident Ivan Gasparovic wird neuer Präsident der Slowakei.

  • 22.04.

    Bundespräsident Johannes Rau beendet in Budapest den letzten Staatsbesuch seiner Amtszeit.

  • 24.04.

    Bei einem Referendum sprechen sich die griechischen Zyprer gegen eine Wiedervereinigung mit dem türkischen Nordteil der Insel aus. Somit wird nur der griechische Teil Mitglied der EU.

  • 25.04.

    In Österreich wird der Sozialdemokrat Heinz Fischer zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Mit Fischer stellt die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) nach 18 Jahren wieder das Staatsoberhaupt.

  • 28.04.

    Schwere Unruhen erschüttern den Süden Thailands. Muslimische Separatisten greifen Polizeiwachen und Posten der Zivilverteidigung an.

    Der Europarat bricht wegen anhaltender Verletzungen der Menschenrechte die Beziehungen zu Weißrussland ab.

  • 29.04.

    Gegen die Stimmen von CDU/CSU und FDP billigt der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Rentenbesteuerung, die bis 2040 schrittweise eingeführt wird.

    Spanien erklärt seine militärische Mission im Irak offiziell für beendet und löst die Sonderbrigade "Plus Ultra" auf.

  • 30.04.

    Amerikanische Streitkräfte ziehen sich aus der Widerstandshochburg Falludscha zurück und beginnen mit der Übergabe der Kontrolle an irakische Sicherheitskräfte.

    Der US Fernsehsender CBS veröffentlicht erste Bilder von Misshandlungen irakischer Gefangener durch amerikanische Wachleute im Gefängnis von Abu Ghoreib.

    Der Mörder der neunjährigen Peggy aus Lichtenberg in Oberfranken wird zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

MAI
  • 01.05.

    In Dublin treten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der griechische Südteil Zyperns in einem feierlichen Akt der EU bei, der damit 25 Länder angehören.

  • 02.05.

    Der frühere Finanzminister Marek Belka wird neuer polnischer Ministerpräsident. Er ist der Nachfolger von Leszek Miller, der wegen des EU-Beitritts seines Landes zurückgetreten war. Bereits zwölf Tage später tritt Belka nach der Niederlage bei einer Vertrauensabstimmung im polnischen Parlament zurück.

    In Nigeria richten christliche Milizen unter der muslimischen Bevölkerung der Ortschaft Yelma ein Massaker an, bei dem mindestens 630 Menschen getötet werden.

  • 04.05.

    Der Ölpreis steigt mit mehr als 35 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) auf den höchsten Stand seit Ende September 1990. Damals lag er bei 38,94 Dollar.

  • 05.05.

    Pablo Picassos Gemälde «Junge mit Pfeife» ist das teuerste Bild der Welt. Es wird in New York für umgerechnet 85,7 Millionen Euro versteigert.

  • 06.05.

    Die älteste deutsche Frauenzeitschrift "Brigitte" feiert in Berlin mit 2000 Gästen ihr 50-jähriges Bestehen.

  • 07.05.

    Gegen den Widerstand der Wirtschaft beschließt der Deutsche Bundestag das umstrittene Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe für Betriebe, die nicht oder zu wenig ausbilden.

    Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entschuldigt sich für die Misshandlungen irakischer Gefangener. Er übernimmt die volle Verantwortung für die Vorkommnisse, lehnt aber einen Rücktritt ab.

  • 09.05.

    Der von Moskau unterstützte tschetschenische Präsident Achmed Kadyrow wird bei einem Attentat in Grosny getötet.

    Michael Schumacher beendet seinen 200. Grand Prix zum 7. Mal mit Platz Eins.

    Die philippinische Staatschefin Gloria Macapagal Arroyo geht als Siegerin aus den Präsidentschaftswahlen des südostasiatischen Landes hervor.

  • 14.05.

    Kronprinz Frederik von Dänemark heiratet in Kopenhagen die Australierin Mary Donaldson.

  • 16.05.

    Marika Rökk, Sängerin und Tänzerin ungarischer Herkunft, stirbt in Baden bei Wien.

  • 17.05.

    Der Vorsitzende des irakischen Übergangsrates, Izzadin Al-Salim (1943-2004), kommt bei einem Selbstmordanschlag ums Leben.

  • 18.05.

    Die Bewerbung von Leipzig als Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 scheitert. In der Endrunde befinden sich Paris, London, Madrid, Moskau und New York.

  • 19.05.

    Im Hamburger Elbtunnel können erstmals alle vier Röhren gleichzeitig befahren werden. Damit ist eines der größten deutschen Straßenbauprojekte mit Gesamtkosten von 760 Millionen Euro abgeschlossen.

    Im ersten Militärprozess wegen Misshandlung irakischer Häftlinge im Gefängnis von Abu Ghoreib verurteilt ein US-Militärgericht in Bagdad einen amerikanischen Militärpolizisten zu einem Jahr Haft.

  • 20.05.

    EU-Parlamentspräsident Pat Cox erhält den "Internationalen Karlspreis" der Stadt Aachen für seine "herausragenden Verdienste um die Erweiterung der Europäischen Union".

  • 22.05.

    In der Kathedrale von Madrid heiraten der spanische Kronprinz Felipe de Borbón y Grecia und die Journalistin Letizia Ortiz.

  • 23.05.

    Horst Köhler wird von der Bundesversammlung in Berlin mit 604 Stimmen zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Er setzt sich damit gegen die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan durch, die 589 Stimmen erhält.

  • 27.05.

    Der Bundestag verlängert das Mandat für den Bundeswehreinsatz im Kosovo wegen der explosiven Lage in der Region um ein Jahr.

    Luxemburg und Liverpool werden Europas Kulturhauptstädte 2007 und 2008. Daneben sollen 2007 auch das rumänische Hermannstadt (Sibiu) und 2008 das norwegische Stavanger den Titel tragen.

  • 29.05.

    In der saudischen Erdölstadt Al-Khobar nehmen al-Qaida-Terroristen in einem Ausländer- Wohnkomplex mehr als 50 Geiseln. Bei der Stürmung des Gebäudes durch eine saudische Sondereinheit werden 22 Menschen getötet, die meisten von ihnen ausländische Arbeiter.

JUNI
  • 01.06.

    Eine neue irakische Übergangsregierung übernimmt die Amtsgeschäfte. Zum Präsidenten wird der Sunnit Ghazi al-Jawar ernannt.

    Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/ Die Grünen) eröffnet in Bonn die internationale Konferenz für erneuerbare Energien "Renewables 2004" mit mehr als 3.000 Teilnehmern.

  • 02.06.

    In Afghanistan werden fünf Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen" von Taliban-Anhängern getötet. Die Organisation beschließt, alle Mitarbeiter bis Ende Juli aus dem Land abzuziehen.

  • 03.06.

    Der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, tritt zurück. Er stand unter anderem wegen Falschinformationen über Massenvernichtungswaffen im Irak und mangelnder Warnungen vor den Anschlägen am 11. September 2001 in der Kritik.

    Die Kultusminister der Bundesländer bestätigen einstimmig die fünf Jahre zuvor eingeführte Rechtschreibreform und nehmen marginale Änderungen vor.

  • 04.06.

    Bei einer Privataudienz für George W. Bush bekräftigt Johannes Paul II. sein striktes Nein zum Irak-Krieg.

    In Berlin wird die Helmut-Newton-Stiftung mit der Doppelausstellung "Us an Them" und "Sex and Landscapes" eröffnet.

  • 05.06.

    Im Alter von 93 Jahren stirbt in Bel Air im Bundesstaat Kalifornien der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan. Er war von 1981-1989 Präsident der USA.

  • 06.06.

    Zum 60. Jahrestag der alliierten Landung versammeln sich in der Normandie Staats- und Regierungschefs aus 16 Ländern. Gerhard Schröder nimmt als erster deutscher Bundeskanzler an den Feierlichkeiten zum "D-Day" teil.

  • 08.06.

    Nach langen Verhandlungen verabschiedet der UNO-Sicherheitsrat eine Irak-Resolution, die den Rahmen für eine Nachkriegsordnung festlegt.

  • 10.06.

    Die britische Labour-Partei von Premierminister Tony Blair erleidet bei den Kommunalwahlen in England und Wales starke Verluste.

    Das Schweizer Parlament schafft gesetzliche Grundlagen, durch die sich gleichgeschlechtliche Paare auf dem Standesamt registrieren lassen können.

  • 13.06.

    Bei der ersten Europa-Wahl nach der EU-Erweiterung werden die Konservativen mit 276 Sitzen stärkste Kraft im Europaparlament. Die Sozialisten folgen mit 201 Mandaten vor Liberalen (66), Grünen (42) und Linksparteien (39).

  • 16.06.

    Bundesregierung und Vertreter der Wirtschaftsverbände schließen einen dreijährigen Ausbildungspakt, in dem die Wirtschaft 30.000 neue Lehrstellen pro Jahr zusagt. Im Gegenzug wird die umstrittene Ausbildungsabgabe bis Herbst 2005 zurückgestellt.

    Der Bundestag billigt das neue Wettbewerbsrecht. Damit wird unter anderem der Schlussverkauf abgeschafft. Der Handel kann nun selbst entscheiden, ob und wann es Sonderverkäufe gibt.

    Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

  • 20.06.

    Der 95. Katholikentag in Ulm geht zum ersten Mal mit einer ökumenischen Segensfeier zu Ende.

    Der deutsche Radprofi Jan Ullrich gewinnt zum ersten Mal die Tour de Suisse. Er siegt mit 1,3 Sekunden Vorsprung vor Fabian Jeker aus der Schweiz.

  • 22.06.

    Eine 28 Tonnen schwere Turmhaube mit vergoldetem Strahlenkranz wird unter Anteilnahme von 60.000 Menschen auf die wieder errichtete Dresdner Frauenkirche gehoben. Das Wahrzeichen Dresdens war bei alliierten Bombenangriffen im Februar 1945 zerstört worden.

    Der belgische Mädchenmörder Marc Dutroux wird neun Jahre nach dem Beginn seiner Entführungsserie, die vier Mädchen das Leben kostete, vom Schwurgericht in Arlon zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • 23.06.

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet bei der Europameisterschaft 2004 nach einer 1:2 Niederlage gegen Tschechien schon in der Vorrunde aus. Trainer Rudi Völler verkündet seinen Rücktritt.

  • 26.06.

    Der tschechische Ministerpräsident Vladimír Špidla erklärt seinen Rücktritt. Ursachen sind die Niederlage seiner Partei bei den Wahlen zum Europaparlament und Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Tschechiens (CSSD).

  • 28.06.

    Der Irak erhält seine Souveränität zurück.

    Die USA nehmen nach 24-jähriger Unterbrechung wieder diplomatische Beziehungen zu Libyen auf.

  • 29.06.

    Johannes Rau wird mit einem großen Zapfenstreich der Bundeswehr von seinem Amt als Bundespräsident verabschiedet.

  • 30.06.

    Saddam Hussein wird der irakischen Justiz übergeben. Er muss sich vor einem Sondertribunal wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords verantworten.

JULI
  • 01.07.

    Horst Köhler wird in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat zum neuen Bundespräsidenten vereidigt.

    Die Niederlande übernehmen die Präsidentschaft der EU.

    Der Bundestag verabschiedet das neue Zuwanderungsgesetz. Es regelt unter anderem die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten und soll die Integration von Ausländern verbessern.

  • 02.07.

    Der Bundestag beschließt mit deutlicher Mehrheit die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV) zum Januar 2005.

    Der Fürst-Pückler-Park bei Bad Muskau, das Dresdner Elbtal sowie das historische Rathaus und die steinerne Roland-Statue von Bremen werden in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

  • 04.07.

    Griechenland gewinnt mit dem deutschen Trainer Otto Rehagel ("Rehakles") gegen Portugal mit 1:0 das Finale der Fußball-Europameisterschaft.

    In New York wird am "Ground Zero", dem Ort, an dem bis zum 11. September 2001 die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, der Grundstein für den "Freiheitsturm" nach Entwürfen des Architekten Daniel Libeskind gelegt.

  • 05.07.

    Der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil (1932-2004) stirbt zwei Tage vor Ende seiner Amtszeit.

  • 08.07.

    Der Landtag in Erfurt wählt Andreas Althaus (CDU) erneut zum Ministerpräsidenten von Thüringen.

  • 10.07.

    Die Schauspielerin Inge Meysel stirbt im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in der Nähe von Hamburg.

  • 11.07.

    UNO-Generalsekretär Kofi Annan eröffnet in Bangkok die 15. Internationale Aidskonferenz.

    Nach dreiwöchigem Streit erlaubt Italien dem deutschen Rettungsschiff Cap Anamur mit 37 sudanesischen Flüchtlingen an Bord die Einfahrt in italienische Gewässer. Das Schiff wird beschlagnahmt, die Besatzung verhaftet. Die Asylgesuche der Flüchtlinge werden wenige Tage später abgewiesen.

  • 15.07.

    Seine erste Auslandsreise führt Bundespräsident Horst Köhler nach Polen. Bei der Kranzniederlegung in Danzig für die Opfer des Zweiten Weltkrieges trifft er Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.

    Das "United Nations Development Programme" (UNDP) stellt den Human Development Report 2004 vor. Demzufolge lebt es sich nirgends so gut wie in Norwegen, gefolgt von Schweden und Australien. Deutschland liegt auf Platz 19. Schlusslicht ist das siebte Mal in Folge Sierra Leone. Herangezogen werden hierfür Faktoren wie Durchschnittseinkommen, Ausbildungsniveau und Lebenserwartung.

  • 17.07.

    Pedro Santana Lopes wird als neuer Ministerpräsident Portugals vereidigt.

  • 19.07.

    Bundesinnenminister Otto Schily spricht sich für die Schaffung von EU-Auffanglagern für Asylbewerber in Nordafrika aus. Der Vorstoß stößt bei Politikern aller Parteien und Menschenrechtsorganisationen auf heftige Kritik.

  • 20.07.

    Der spanische Sozialdemokrat Josep Borell wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

    Nach einer Entscheidung des Landesparteigerichtes wird der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU) wegen seiner als antisemitisch kritisierten Rede vom 3. Oktober 2003 aus der Partei ausgeschlossen.

  • 21.07.

    Die UNO-Vollversammlung verlangt den Abriss der israelischen Sperrmauern, die auf palästinensischem Boden errichtet wurden. Nur sechs Länder, darunter die USA, stimmen dagegen.

  • 22.07.

    Im Prozess um Millionenprämien bei der Übernahme des Mannesmannkonzerns durch Vodafone werden alle sechs Angeklagten freigesprochen, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel.

  • 25.07.

    Lance Armstrong feiert seinen sechsten Tour-de-France-Sieg und stellt damit in der 101-jährigen Geschichte des Radrennens einen Rekord auf. Die Deutschen Andreas Klöden und Jan Ullrich belegen die Plätze zwei und vier.

  • 29.07.

    In den USA wird John Kerry) zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten der oppositionellen Demokraten nominiert.

    Präsident Bush hebt die 14 Jahre zuvor gegen den Irak verhängten Sanktionen weitgehend auf.

    Der deutsche Fußballbund (DFB) stellt Jürgen Klinsmann als neuen Bundestrainer und Oliver Bierhoff als Teammanager vor.

    In Italien wird die Wehrpflicht abgeschafft. Die Abgeordnetenkammer in Rom beschließt die Einführung eines Freiwilligenheeres zum 1. Januar 2005.

  • 31.07.

    Die Regierung im Sudan erkennt die UNO-Resolution zur Krisenregion Darfur an und erklärt sich bereit, die arabischen Milizen innerhalb von 30 Tagen zu entwaffnen.

AUGUST
  • 01.08.

    Bundeskanzler Gerhard Schröder nimmt als erster deutscher Regierungschef an den Gedenkfeiern für den Warschauer Aufstand teil. Entschädigungsforderungen von Vertriebenen an Polen lehnt er strikt ab.

    Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf christliche Kirchen im Irak werden mindestens elf Menschen getötet.

  • 04.08.

    Die Zahl der Arbeitslosen war mit 4.359.900 auf dem höchsten Stand im Monat Juli seit der Wiedervereinigung.

  • 06.08.

    Im letzten Mauerschützenprozess verurteilt das Berliner Landgericht die ehemaligen DDR-Spitzenfunktionäre Siegfried Lorenz und Hans-Joachim Böhme (1929-2012) wegen Beihilfe zum Mord zu jeweils 15 Monaten auf Bewährung.

  • 09.08.

    Das Eurokorps, ein multinationaler Verband von Soldaten aus einigen EU-Ländern, übernimmt das Kommando der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) und damit seine erste Aufgabe außerhalb Europas.

  • 10.08.

    18 Jahre nach dem Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" einigen sich die Gaddafi-Stiftung und die deutschen Opfer-Anwälte auf libysche Entschädigungszahlungen in Höhe von 28,4 Millionen Euro.

  • 11.08.

    In Großbritannien dürfen erstmals menschliche Embryonen zu Forschungszwecken geklont werden.

  • 13.08.

    Die Behörden genehmigen den Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International auf dem Gelände des einstigen DDR-Zentralflughafens Schönefeld.

    In Athen werden die 28. Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet. Rund 10.500 Teilnehmer aus 202 Ländern gehen an den Start, darunter 452 Athleten aus Deutschland.

  • 22.08.

    In Oslo werden die Gemälde "Der Schrei" und "Madonna" von Edvard Munch aus einem Museum gestohlen. Allein der Wert von "Der Schrei" wird auf 54 Millionen Euro geschätzt.

  • 31.08.

    Bei einer Anschlagsserie palästinensischer Terroristen auf drei Busse kommen in Beersheva/Israel mindestens 12 Menschen ums Leben. Weitere 35 werden verletzt.

SEPTEMBER
  • 01.09.

    In Beslan (Nordossetien) überfallen tschetschenische Terroristen eine Schule und nehmen mehr als 1.200 Kinder, Eltern und Lehrer als Geiseln. Bei der Befreiungsaktion durch russische Sicherheitskräfte sterben mehr als 360 Menschen, darunter 172 Kinder.

    Die kurdische Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin und die Gruppe "Petersburger Soldatenmütter" werden mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

  • 02.09.

    In der zum Weltkulturerbe gehörenden Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar bricht Feuer aus. 50.000 Bücher verbrennen, weitere 62.000 werden durch Löschwasser stark beschädigt. Nur 5.000-6.000 historische Bände, darunter eine Luther-Bibel aus dem Jahr 1534, überstehen den Brand unbeschadet.

  • 03.09.

    Der UNO-Sicherheitsrat fordert den Rückzug der rund 20.000 syrischen Soldaten aus dem Libanon.

  • 05.09.

    Landtagswahl im Saarland: Die CDU (47,5 Prozent) unter Peter Müller baut ihre absolute Mehrheit aus; die SPD (30,8 Prozent) erleidet ihr schlechtestes Ergebnis an der Saar seit 1960; Bündnis 90/Die Grünen und FDP schaffen mit 5,6 und 5,2 Prozent knapp den Einzug in den Landtag.

  • 10.09.

    Das polnische Parlament beschließt von der deutschen Regierung Reparationszahlungen für Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs einzufordern.

  • 13.09.

    Der deutsche Ethikrat spricht sich "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" gegen das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken aus.

  • 14.09.

    Deutschland fällt laut der Organisation für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im weltweiten Bildungsvergleich weiter zurück.

  • 16.09.

    Das nach EU-Vorbild neu geschaffene Panafrikanische Parlament beginnt im südafrikanischen Midrand seine Arbeit.

    Die CDU muss nach einer Grundsatz-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Zusammenhang mit der hessischen Schwarzgeld-Affäre 21 Millionen Euro Zuschüsse aus der staatlichen Parteienfinanzierung zurückzahlen.

    Bei der operativen Trennung der siamesischen Zwillinge aus Lemgo stirbt in Baltimore /USA eines der Mädchen.

  • 19.09.

    Bei der Landtagswahl in Brandenburg wird die SPD mit 31,9 Prozent erneut stärkste Kraft; die PDS erzielt mit 28 Prozent ihr bis dahin höchstes Landtagswahlergebnis; die CDU (19,4 Prozent) erleidet erneut hohe Verluste. Die rechtsextreme DVU zieht mit 6,1 Prozent in den Landtag ein; FDP und Bündnis 90/Die Grünen scheitern an der Sperrklausel.

    In Sachsen büßt die CDU unter Ministerpräsident Georg Milbradt mit 41,1 Prozent ihre absolute Mehrheit ein; die Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) (23,6 Prozent) wird erneut stärkste Oppositionspartei, die SPD (9,8 Prozent) erleidet ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis. Die NPD (9,2 Prozent) zieht erstmals in den Landtag ein. FDP und Bündnis 90/Die Grünen schaffen knapp den Wiedereinzug.

  • 20.09.

    Die Alternativen Nobelpreise werden in Stockholm an die in Nicaragua geborene Menschenrechtlerin Bianca Jagger, die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und den argentinischen Umweltschützer Raul Montenegro vergeben.

  • 21.09.

    Im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin wird die Flick-Collection mit bedeutenden Werken zeitgenössischer Kunst eröffnet. Aufgrund der Verstrickungen der Flick-Familie in der Zeit des Nationalsozialismus wird die Präsentation der Sammlung sehr kontrovers diskutiert.

  • 22.09.

    Der Solidarpakt II der Bundesregierung bietet mit einem Volumen von 156 Milliarden Euro die Grundlage für die Fortsetzung des Aufbaus Ost in den nächsten 15 Jahren.

  • 26.09.

    Die Türkei verabschiedet eine von der EU angemahnte Strafrechtsreform, die Rechtsstaat und Meinungsfreiheit stärkt.

  • 28.09.

    Die frühere RAF-Terroristin Andrea Klump wird in Stuttgart wegen Beihilfe bei einem Sprengstoffanschlag auf jüdische Einwanderer in Budapest 1993 zu 12 Jahren Haft verurteilt.

    Der Aufsichtsrat des Handelskonzerns Karstadt-Quelle beschließt einen Sanierungsplan von 1,37 Milliarden Euro.

  • 30.09.

    Der Bundestag votiert für die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan für ein weiteres Jahr.

OKTOBER
  • 02.10.

    Claudia Roth wird als Nachfolgerin von Angelika Beer zur Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt; Reinhard Bütikofer wird in seinem Amt als Bundesvorsitzender bestätigt.

  • 03.10.

    In Slowenien geht die konservative Slowenische Demokratische Partei (SDS) mit 29,1 Prozent der Stimmen als Sieger aus der Parlamentswahl hervor.

  • 05.10.

    Die drei US-Forscher David Gross, David Politzer) und Frank Wilczek erhalten den Physik-Nobelpreis. Der Nobelpreis für Literatur geht einige Tage später an die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek.

  • 06.10.

    Laut eines Berichts des US-Waffeninspektors Charles Duelfer besaß der Irak - entgegen der Behauptungen vieler Geheimdienste, welche die Begründung für den Irakkrieg geliefert hatten - keine Massenvernichtungswaffen.

  • 07.10.

    Bei Terroranschlägen auf israelische Touristen werden im ägyptischen Taba mindestens 34 Menschen getötet.

    Nach einem Skandal um homosexuelle Beziehungen im Priesterseminar von St. Pölten/Österreich tritt Kurt Krenn, Diözesanbischof von Sankt Pölten, auf Druck des Vatikans zurück. Sein Nachfolger wird Klaus Küng.

  • 08.10.

    Der kambodschanische König Norodom Sihanouk (1922-2012) tritt zurück. Nachfolger wird sein Sohn, Prinz Norodom Sihamoni.

    Als erste Afrikanerin erhält die kenianische Umweltschützerin Wangari Maathai (1940-2011) den Friedensnobelpreis.

  • 09.10.

    Die erste Präsidentschaftswahl in der Geschichte Afghanistans endet mit einem deutlichen Sieg von Hamid Karsai.

  • 10.10.

    Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy nimmt in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen.

    Bei den Parlamentswahlen in Litauen wird die populistische Arbeitspartei stärkste Kraft.

  • 11.10.

    Die EU hebt das 1986 über Libyen verhängte Waffenembargo sowie andere Sanktionen gegen das nordafrikanische Land auf.

  • 12.10.

    Der Islamistenführer Metin Kaplan wird nach jahrelangem Rechtsstreit in Köln festgenommen und in die Türkei abgeschoben.

  • 14.10.

    Die Gewerkschaft ver.di, der Betriebsrat sowie der Vorstand von Karstadt-Quelle einigen sich auf ein Sanierungspaket für das Unternehmen.

  • 15.10.

    Bei einem Besuch des Bundeskanzlers in Libyen vereinbaren Gerhard Schröder und Revolutionsführer Muammar El-Gaddafi (1942-2011) den Ausbau politischer und wirtschaftlicher Beziehungen.

  • 17.10.

    Der weißrussische Präsident Lukaschenko sichert sich in einer von Wahlbeobachtern kritisierten Volksabstimmung eine dritte Amtszeit.

  • 21.10.

    Ein US-Feldwebel wird von einem Militärgericht wegen Misshandlung irakischer Gefangener zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt.

  • 22.10.

    Die russische Staatsduma ratifiziert den Beitritt zum Klimaschutz-Abkommen von Kyoto. Das Kyoto-Protokoll kann damit auch ohne die USA in Kraft treten.

  • 23.10.

    Der Schriftsteller Wilhelm Genazino erhält den mit 40.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis.

  • 25.10.

    Nach innerparteilichen Kämpfen kündigt der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel seinen vorzeitigen Rücktritt an.

  • 26.10.

    Das israelische Parlament stimmt für den von Ministerpräsident Ariel Sharon angekündigten Abzug aus dem Gazastreifen.

  • 31.10.

    Auf einem Bundesparteitag im thüringischen Leinefelde verbündet sich die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) erstmals mit militanten Neonazis und der Deutschen Volksunion (DVU) zur "Volksfront von Rechts".

    Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine erhalten Regierungschef Wiktor Janukowitsch und Oppositionsführer Viktor Juschtschenko jeweils knapp 40 Prozent der Stimmen. Für den 21. November wird eine Stichwahl angesetzt.

NOVEMBER
  • 01.11.

    Bei einem Selbstmordattentat auf einem Markt in Tel Aviv werden mindestens vier Menschen getötet und 30 verletzt. Zu dem Anschlag bekennt sich die palästinensische Organisation «Volksfront für die Befreiung Palästinas» (PFLP).

  • 02.11.

    George W. Bush gewinnt die Präsidentschaftswahl mit rund 51 Prozent der Wählerstimmen deutlicher als erwartet.

    Die britische Königin Elisabeth II trifft zu ihrem vierten Staatsbesuch in Deutschland ein. Neben der Bundeshauptstadt sind Potsdam und Düsseldorf Stationen ihres Besuches.

    Verteidigungsminister Struck gibt die Auflösung von 105 der 503 Bundeswehrstandorte bis zum Jahr 2010 bekannt. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein.

    Der niederländische Filmemacher und Islam-Kritiker Theo van Gogh (1957-2004) wird in Amsterdam von einem aus Marokko stammenden Islamisten erschossen. Kurz darauf werden Anschläge auf muslimische und kirchliche Einrichtungen verübt. Das Attentat entzündet auch in Deutschland Debatten über die Integration von Muslimen.

  • 03.11.

    Der Tarifkonflikt bei Volkswagen endet mit einem Kompromiss. Die 105.000 Arbeitsplätze in den sechs westdeutschen VW-Werken werden bis 2011 gesichert.

  • 04.11.

    In der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn wird eine große Ausstellung mit Schätzen aus der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun eröffnet. Viele Exponate werden erstmals seit 20 Jahren wieder außerhalb Ägyptens präsentiert.

  • 05.11.

    Nach zahlreichen Protesten nimmt die Bundesregierung ihre Pläne zurück, den Tag der Deutschen Einheit als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen. Die Maßnahme sollte der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums dienen.

  • 07.11.

    Bei Protesten gegen den Castor-Transport kommt erstmals ein Anti-Atomkraft Aktivist ums Leben. Ein 21-jähriger Franzose wird nahe Nancy vom durchfahrenden Zug erfasst und stirbt wenige Stunden später.

    Im Irak wird wegen anhaltender Gewalt der Ausnahmezustand ausgerufen. Irakische und amerikanische Einheiten starten eine Großoffensive auf die Rebellenhochburg Falludscha. Dabei werden mehr als 1.200 Aufständische getötet.

  • 10.11.

    Der Sozialphilosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält den Kyoto-Preis für sein Lebenswerk in der Kategorie Kunst und Philosophie.

  • 11.11.

    Palästinenserpräsident Jassir Arafat (1929-2004) stirbt nach mehrtägigem Koma im Alter von 75 Jahren in Paris. Nach der Trauerfeier in Kairo wird der Leichnam auf dem Gelände des Hauptquartiers der Autonomiebehörde in Ramallah beigesetzt. Neuer PLO-Chef wird Mahmud Abbas.

  • 15.11.

    Der amerikanische Außenminister Colin Powell gibt seinen Rücktritt bekannt. Designierte Nachfolgerin ist die Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice.

    CDU und CSU stellen in Berlin ihr Modell zur Einführung einer einheitlichen Gesundheitsprämie vor. Der Vorschlag stößt auch auf Kritik aus den eigenen Reihen, unter anderem von Gesundheitsexperten Horst Seehofer, der am 22.11. aus Protest sein Amt als Stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag niederlegt.

  • 17.11.

    Die Internationale Naturschutzorganisation (IUCN) gibt eine neue Fassung der "Roten Liste" heraus, die 15.589 bedrohte Pflanzen- und Tierarten umfasst, über 3.000 mehr als die Liste von 2003.

  • 18.11.

    Mit großer Mehrheit bestätigt das Europäische Parlament die neue EU-Kommission unter dem Portugiesen José Manuel Barroso.

    Im englischen Unterhaus wird ein Gesetz verabschiedet, das die Fuchsjagd ab Februar 2005 in England und Wales verbietet.

  • 20.11.

    Das Museum of Modern Art (MoMA), die bedeutendste Sammlung moderner Kunst, öffnet in New York nach dreijährigem Umbau wieder seine Pforten.

  • 21.11.

    In Köln demonstrieren überwiegend muslimische Demonstranten für Frieden und gegen islamischen Terrorismus.

    Bei der zweiten PISA-Schulstudie landet Deutschland erneut im unteren Teil der Leistungstabelle.

    In der Stichwahl unterliegt der ukrainische Oppositionspolitiker Viktor Juschtschenko dem pro-russischen Amtsinhaber Viktor Janukowitsch.

  • 23.11.

    In der ukrainischen Hauptstadt Kiew demonstrieren fast 500.000 Menschen für Oppositionsführer Juschtschenko. Wie viele internationale Wahlbeobachter halten sie die Entscheidung der Wahlleitung, den amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch zum Sieger zu erklären, für Wahlbetrug.

    Das AIDS-Virus hat sich 2004 schneller verbreitet als je zuvor. Weltweit leben laut Weltaidsbericht fast 40 Millionen AIDS-Kranke.

  • 24.11.

    Frauen in der Bundeswehr werden künftig per Quote gefördert. Der Bundestag beschließt ein Gleichstellungsgesetz, mit dem der Anteil der Soldatinnen auf 15 Prozent verdreifacht wird.

  • 28.11.

    Bei dem schwersten Grubenunglück in China seit Jahrzehnten kommen nahe Tongchuan in der nordwestlichen Provinz Shaanxi 166 Bergleute ums Leben.

  • 30.11.

    In Italien protestieren Millionen Arbeiter und Angestellte gegen die Wirtschafts- und Finanzpolitik von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

    Mit 136 getöteten Soldaten ist der November der bislang blutigste Monat für die Streitkräfte der USA seit dem offiziellen Kriegsende im Irak.

DEZEMBER
  • 01.12.

    Laut einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe gibt es für Immobilien, die auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1949 enteignet wurden, keine Entschädigung.

  • 03.12.

    Das Oberste Gericht der Ukraine erklärt die Stichwahl vom 21.11. für ungültig und ordnet eine Wiederholung an.

  • 06.12.

    Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft zu Beginn seiner Asienreise in China ein. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Eine weitere Station der Reise ist Japan.

    Auf dem Bundesparteitag der CDU wird Angela Merkel mit 88,4 Prozent der Stimmen in ihrem Amt als Parteivorsitzende bestätigt.

  • 07.12.

    Hamid Karsai wird als erster frei gewählter Präsident von Afghanistan vereidigt.

    Der Generaldirektor des britischen Rundfunk- und Fernsehsenders BBC, Mark Thompson, gibt bekannt, dass der Traditionssender kurzfristig 2.900 von 27.600 Stellen streichen wird.

    Nach zweijähriger Renovierungszeit wird die 1778 erbaute Mailänder Scala wiedereröffnet.

  • 09.12.

    Der Gesamtbetriebsrat und Vorstand des Automobil-Herstellers Opel einigen sich auf einen Sanierungsplan. In den nächsten zwei Jahren wird Opel 9.500 seiner 32.000 Arbeitsplätze in Deutschland sozialverträglich abbauen.

  • 10.12.

    Der Begriff "Hartz IV" wird von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gewählt.

    Im Prozess um ein Massaker an 60 Zivilisten im toskanischen Kloster Farneta bei Lucca am 2. September 1944 spricht ein Militärgericht in La Spezia/Italien den angeklagten früheren SS-Offizier Hermann Langer) aus Mangel an Beweisen frei. Der 85-Jährige war angeklagt, als Befehlshabender der Einheit den Massenmord an Mönchen und von ihnen versteckten Flüchtlingen befohlen zu haben.

  • 11.12.

    Die Ärzte des ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Viktor Juschtschenko geben in Wien bekannt, dass der Oppositionspolitiker an einer Dioxinvergiftung leidet. Fremdverschulden sei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auszuschließen.

  • 14.12.

    Das Viaduc de Millau wird in Südfrankreich eingeweiht. Es ist das höchste Brückenbauwerk der Welt, sein Pfeiler "P2" hat eine Höhe von 343 Metern.

    Ein Jahr nach der Ergreifung Saddam Husseins wird dessen Aufenthaltsort bekannt gegeben: Er wird auf dem US-Militärcamp "Cropper" in der Nähe des Bagdader Flughafens gefangen gehalten.

  • 15.12.

    Mit einer deutlichen Mehrheit sprechen sich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aus.

    Das Bundesamt für Güterverkehr erteilt der Firma Toll Collect die Betriebserlaubnis für das neue Maut-System. Bedingt durch eine Serie von Pannen tritt es am 1.1.2005 mit eineinhalbjähriger Verspätung in Kraft.

  • 16.12.

    Der höchste Jackpot in der deutschen Lottogeschichte (26,7 Millionen Euro) geht an zwei Lottospieler aus Nordrhein-Westfalen.

  • 17.12.

    Als erstes Land der Welt verbietet Bhutan den Verkauf von Tabakwaren.

  • 20.12.

    Der frühere stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Wolfgang Daschner wird vom Landgericht Frankfurt wegen Folterandrohungen in einem polizeilichen Verhör im Entführungsfall Jakob von Metzler schuldig gesprochen. Er wird zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt.

    Das ungarische Parlament ratifiziert als zweites Land nach Litauen die EU-Verfassung.

  • 22.12.

    Angesichts anhaltender Kritik wegen der umstrittenen Annahme von Zahlungen des Stromkonzerns RWE tritt der Generalssekretär der CDU, Laurenz Meyer, von seinem Amt zurück.

  • 23.12.

    Mit hoher Wahlbeteiligung finden im Westjordanland/Palästinensische Autonomiegebiete Gemeinderatswahlen statt. Es sind die ersten freien Wahlen seit neun Jahren. Sie gelten als Stimmungstest für die politischen Kräfteverhältnisse nach dem Tod von Palästinenser-Präsident Arafat.

  • 25.12.

    Vor der Nordküste Kubas werden neue Erdölvorkommen entdeckt. Die rund 60 Kilometer östlich von Havanna gefundene Lagerstätte enthält vermutlich mehr als 100 Millionen Barrel.

  • 26.12.

    Ein Seebeben im Indischen Ozean mit der Stärke 9,3 auf der Richterskala mit nachfolgenden verheerenden Tsunami-Flutwellen richtet Verwüstungen vor allem an den Küsten Thailands, Indiens und Indonesiens an. Über 230.000 Menschen sterben, mehr als 100.000 werden verletzt. Schätzungsweise fünf Millionen Menschen werden obdachlos.

    Bei der Wiederholung der Stichwahl um die Präsidentschaft in der Ukraine siegt der Oppositionsführer Juschtschenko (51,9 Prozent) über Janukowitsch (44,19 Prozent).

  • 31.12.

    In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh wird das derzeit höchste Gebäude der Welt eingeweiht. Das "Taipeh 101" misst 508 Meter und hat 101 Stockwerke.

(sw/reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 12.09.2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Wirtz, Susanne/Haunhorst, Regina: Jahreschronik 2004, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/jahreschronik/2004.html
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