Das Ende des Ost-West-Konflikts und die Auflösung des Warschauer Paktes 1991 stellen die Frage nach der Zukunft der westlichen Militärallianz North Atlantic Treaty Organization (NATO). Sie entwickelt in den 1990er Jahren ein neues Profil und versteht sich als internationaler Garant für Frieden und Sicherheit, besonders in Europa. In mehreren Erweiterungsrunden treten daher bis 2009 zwölf osteuropäische Länder der NATO bei. Dies belastet das Verhältnis zu Russland, das seine Sicherheit gefährdet sieht.

Einsätze

Die NATO-Mitglieder beschließen 1992, im Dienst von Sicherheit und Frieden auch Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebietes durchzuführen. Dies ermöglicht etwa die Einsätze in Bosnien und Herzegowina (1995-2004), im Kosovo (seit 1999) und in Afghanistan (2002-2014), an denen sich auch die Bundesrepublik beteiligt.

Erweiterungen

Mehrere Staaten Osteuropas ersuchen das Bündnis nach 1990 zum Schutz ihrer Sicherheit um Aufnahme. 1999 treten Polen, Tschechien und Ungarn der NATO bei. 2004 folgen Rumänien, Bulgarien, Slowenien, die Slowakei, Estland, Lettland und Litauen, 2009 Albanien und Kroatien.

Beziehungen zu Russland

Die Erweiterungen belasten das Verhältnis zwischen NATO und Russland. Zwar verständigen sie sich 1997 über ihre künftigen Beziehungen und bilden einen NATO-Russland-Rat der Außen- und Verteidigungsminister. Doch Russland sieht seine Sicherheitsinteressen durch die NATO-Osterweiterung verletzt, durch die das NATO-Bündnisgebiet direkt an Russland grenzt.

(koi, mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 12.04.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Koischwitz, Svea/Würz, Markus: NATO-Erweiterungen, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/deutsche-einheit/deutschland-in-europa-und-der-welt/nato-erweiterungen.html
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