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SED-Massenorganisationen

In der Sowjetischen Besatzungszone versucht die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED), die Bevölkerung in das von ihr dominierte politische System einzubinden. Dies geschieht durch Massenorganisationen wie die Freie Deutsche Jugend (FDJ) oder den Demokratischen Frauenbund. Sie sollen als "Transmissionsriemen" die Politik der SED in die Gesellschaft hineintragen.

Gründungen

Nach ihrer offiziellen Gründung am 7. März 1946 entwickelt sich die FDJ rasch zur einer zentralistischen Massenorganisation und "Kampfreserve" der SED. An die in der SBZ lebenden Frauen richtet sich der im März 1947 ins Leben gerufene "Demokratische Frauenbund Deutschlands" (DFD). Der ab Mitte 1945 bestehende "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" (KB) will zur "antifaschistischen" Erziehung und zur Wiederbelebung des geistig-kulturellen Lebens beitragen. Im Februar 1947 gründen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN). Die Kommunisten transformieren den VVN zu einer Kaderorganisation der SED. Landwirte werden ab 1946 in der sozialistischen "Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe" (VdgB) zusammengeschlossen. Als weitere Massenorganisationen unter SED-Kontrolle treten 1947 die "Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft" (DSF), 1952 die "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST) sowie 1957 der "Deutsche Turn- und Sportbund" (DTSB) hinzu. FDJ, KB und DFD nehmen auch an Wahlen teil und sind durch Abgeordnete in der Volkskammer vertreten. Sie dienen dort als formale Mehrheitsbeschaffer für die SED.

Vorteile

Die Mitgliedschaft in Massenorganisationen ist zwar grundsätzlich freiwillig, jedoch bildet sie eine wichtige Voraussetzung für sozialen und beruflichen Aufstieg in der DDR. Außerdem bieten die Massenorganisationen Vergünstigungen und umfangreiche Freizeitangebote.

(ag, mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 19.02.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Grau, Andreas/Würz, Markus: SED-Massenorganisationen, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/nachkriegsjahre/neuanfaenge/sed-massenorganisationen.html
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