In den ersten Nachkriegsjahren dienen meist Fahrrad, Bus und Bahn als Verkehrsmittel. Die wenigen vorhandenen Autos stammen größtenteils aus der Vorkriegszeit. Die Motorisierung breiter Massen beginnt meist mit der Anschaffung eines Motorrads der Marken DKW, NSU, Zündapp oder BMW. Zum frühen Kultfahrzeug avanciert der Vespa-Roller aus Italien. Ab Mitte der 1950er Jahre ist das Statussymbol Auto für immer mehr Westdeutsche erschwinglich.

LKW, Motorräder, Kleinstwagen

Nach der Währungsreform steigt zunächst der Lastkraftwagenverkehr an. 1950 rollen 358.000 Lastwagen über deutsche Straßen, 1957 sind es fast 600.000. 1957 übersteigt die Zahl der zugelassenen Pkws erstmals die der Motorräder: 2,3 Millionen Krafträder stehen 2,4 Millionen Autos gegenüber. Kleinstautos wie der Messerschmidt-Kabinenroller und das Goggomobil schaffen Mobilität auch mit geringen Finanzmitteln. Zu den populärsten Kleinstwagen gehört die dreirädrige BMW-Isetta 300, der verbesserte Nachbau eines Kabinenrollers der Mailänder Iso-Werke.

Autoboom

Der große Traum des kleinen Mannes ist der Volkswagen. Seine 24,5 PS erbringen 1950 eine Höchstgeschwindigkeit von 105 Kilometern pro Stunde. Dank kräftiger Einkommenssteigerungen wird der "Käfer" in den 1950er Jahren für Millionen erschwinglich und zum Symbol des "Wirtschaftswunders". Westdeutschland steht jedoch mit rund 4 Millionen Fahrzeugen im Jahr 1960 erst am Beginn eines Autobooms. Die Nachteile der zunehmenden Motorisierung, Staus, steigende Unfallzahlen, Lärm und Abgasbelastungen, sind allerdings bereits deutlich spürbar.

(ahw, mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 04.11.2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Hinz-Wessels, Annette/Würz, Markus: Motorisierung, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/wirtschaft-und-gesellschaft-im-westen/motorisierung.html
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